21:46 24 Juni 2019
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    Trotz Vollzeit: Millionen Deutsche verdienen weniger als 2000 Euro im Monat

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    Wirtschaft
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    Laut neusten offiziellen Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales verdienen rund 3,38 Millionen Vollzeitbeschäftigte in Deutschland weniger als 2000 Euro brutto im Monat, meldet das Portal der Tagesschau.

    Diese Daten der Bundesbehörde stammen aus dem Jahr 2017. Daraus geht hervor, dass rund 16 Prozent der Bundesbürger mit einem Vollzeitjob nicht über ein Monatsbrutto von 2000 Euro hinauskommen.

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    Am wenigsten hätten demnach Reinigungskräfte und Arbeitnehmer in Hotels und Gaststätten verdient.

    Die Beschäftigten in Hotels und Gaststätten kamen auf 1961 Euro im Monat. Arbeitnehmer in den Reinigungsberufen bildeten mit einem mittleren Bruttoeinkommen von 1861 Euro Ende 2017 das Schlusslicht.

    Auch regional sind die Unterschiede groß. Während in den alten Bundesländern etwa 13,5 Prozent der Vollzeitbeschäftigten (etwa 2,32 Millionen Menschen) weniger als 2000 Euro brutto verdienten, waren es in Ostdeutschland 27,5 Prozent (etwa 1,06 Millionen Menschen).

    Dabei wiesen Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit 32,6 Prozent bzw. 30,2 Prozent die höchsten Anteile auf. Die niedrigsten Anteile gab es mit 11,4 Prozent in Baden-Württemberg und mit 11,5 Prozent in Hamburg.

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    Laut der Bundestagsabgeordneten und Arbeitsmarktexpertin der Linken-Fraktion Sabine Zimmermann ist es „ein Skandal, dass insbesondere der Osten weiterhin so deutlich abgehängt ist“.

    „Viel zu viele Beschäftigte werden mit Niedriglöhnen abgespeist“, so Zimmermann. Zudem würden Inflation und vielerorts explodierende Mietpreise dafür sorgen, dass ein Bruttoverdienst von weniger als 2000 Euro nicht mehr ausreichen würde. 

    Daher forderte die Politikerin von der Bundesregierung unter anderem die Abschaffung der Leiharbeit und eine Erhöhung des Mindeststundenlohns von 9,19 Euro auf 12 Euro.

    Auch die Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland, Verena Bentele, sprach sich für eine Anhebung des Mindestlohns aus und warnte vor den Folgen der Niedriglöhne: „Gute Löhne sorgen für gute Renten. Die Politik muss endlich handeln, damit aus den armen Beschäftigten von heute nicht die armen Rentner von morgen werden“. 

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    Einkommen, Rentner, Politik, Armut, Renten, Leiharbeit, Bundestagsabgeordnete, Tourismus, Unterschiede, Arbeitsmarkt, Osten, Westen, Beschäftigte, Arbeitnehmer, Niedriglohnsektor, Sozialverband VdK Deutschland, deutsche Bundesregierung, Die LINKE-Partei, Sabine Zimmermann, Verena Bentele, Baden-Württemberg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Deutschland