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    Gas-Projekt Nord Stream 2

    Acht Milliarden Euro pro Jahr weniger – Nord Stream 2 AG verspricht Entlastung für Europa

    © Foto: Nord Stream 2
    Wirtschaft
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    Dank des Erdgases aus der Pipeline Nord Stream 2 werden europäische Bürger rund acht Milliarden Euro pro Jahr sparen. Das schreibt die russische Zeitung „Iswestija“ am Montag unter Berufung auf den Pressedienst der Nord Stream 2 AG, die das Projekt betreut.

    Nach der für 2020 geplante Inbetriebnahme der Pipeline werden europäische Familien demzufolge für ihren Erdgaszugang mit einem niedrigeren Kostenpreis rechnen können. Die Gaspreise werden dann um 13 Prozent sinken.

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    Die Nord Stream 2 AG betont: Die Verzögerung des Projektstarts hilft daher für niemandem. Für jeden Tag der Verzögerung werden Privatpersonen und Industriebetriebe 20 Millionen Euro zahlen müssen, so die Aktiengesellschaft.

    Unsicherheiten wegen Dänemark und Brüssel

    Trotz alledem gibt es laut „Iswestija“ Unsicherheiten sowohl über das wirkliche Startdatum als auch über die zukünftige Wirtschaftlichkeit des Projekts. Die Ursache dafür liegt unter anderem an der Politik der dänischen Behörden und den Änderungen der EU-Gasrichtlinie.

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    Dänemark bleibt der einzige Staat, der keine Baugenehmigung für die Pipeline Nord Stream 2 erteilt hat. Die Aktiengesellschaft reichte bei der Dänischen Energieagentur (DEA) bereits drei Anträge ein. Bisher soll die Nord Stream AG keine Antwort bekommen haben.

    Die Änderungen an der Gasrichtlinie, ein Teil des Dritten Energiepakets der EU, wurden Mitte April endgültig gebilligt. Sie sehen unter anderem vor, dass Teile der Pipeline aus Nicht-EU-Ländern, die EU-Gebiet wie unter anderem Territorialgewässer passieren, den gleichen Anforderungen entsprechen müssen, die bei inneren EU-Pipelines gelten. Zu den Hauptforderungen gehört die Trennung von Gaslieferanten und Betreiberfirmen, der Zugang anderer Betreiber zum Rohr und die transparente Regelung der Pumptarife.

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    Für den russischen Gaskonzern Gazprom bedeutete das, dass der Betreiber der Nord-Stream 2-Leitungen unabhängig vom Gasriesen sein muss, und 50 Prozent seiner Kapazität für alternative Lieferanten reserviert werden müssen.

    Nord Stream 2

    Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führt. Bis Ende 2019 ist die Inbetriebnahme der Pipeline geplant, deren Kapazität 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen soll.

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    Gaspipeline in der Ukraine (Archiv)
    © Sputnik / Alexandr Mazurkewitsch
    Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile. Die führenden deutschen Energieunternehmen Wintershall Holding GmbH und PEGI/E.ON sind mit jeweils 15,5 Prozent beteiligt, die niederländische N.V. Nederlandse Gasunie und der französische Energieversorger Engie mit jeweils neun Prozent.

    Für Deutschland ist das Pipeline-Projekt besonders bedeutend, da die Bundesregierung den Ausstieg aus Atom- und Kohlekraftwerken bis 2038 beschlossen hat.

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    sparen, Wirtschaft, Energie, Gaslieferung, Gasleitung, Erdgas, Erdgas, Gas, Pipeline-Projekt Nord Stream 2, Nord Stream 2 AG, Nord Stream-2, Nord Stream 2, Nordstream, Europäische Union, Europa, EU