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18:03 22 Juli 2019
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    Nord Stream 2 vs. LNG: USA drängen mit voller Kraft mit Flüssiggas nach Europa

    © Foto: Nord Stream 2 / Axel Schmidt
    Wirtschaft
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    Die US-Regierung nutzt nahezu alle verfügbaren Mittel, um auf dem europäischen Gasmarkt Fuß zu fassen und andere Konkurrenten zu verdrängen. Das internationale Projekt Nord Stream 2 steht daher seit Längerem unter heftigem amerikanischem Druck. Mit Flüssiggas will Washington die Pipeline auskontern.

    Bereits im Juli 2018 wurde klar, dass Washington alles unternehmen wird, um sein Flüssiggas nach Europa bringen zu können. Damals reiste Jean-Claude Juncker, der scheidende EU-Kommissionspräsident, zu US-Präsident Donald Trump, um einen drohenden Handelskonflikt zu entschärfen.

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    Dies gelang, allerdings zu einer harten Bedingung. Um die 25-prozentigen Strafzölle auf Autos, die vor allem deutsche Hersteller getroffen hätten, abzuwenden, sagte Juncker der US-amerikanischen Regierung zu, massiv Erdgas aus den Vereinigten Staaten einzukaufen.

    Der Deal hat offenbar Wirkung gezeigt, denn tatsächlich sind die europäischen Einkäufe von verflüssigtem LNG-Erdgas aus den Vereinigten Staaten seit dem Krisengipfel exponentiell gestiegen.

    Dennoch bleibt der Gesamtanteil von US-Gas im europäischen Vergleich im Moment eher gering. Laut dem Blatt „Der Standard“ kommen aus den USA nur 13,4 Prozent des in die EU importierten Flüssiggases. Das meiste Gas komme weiter aus Algerien und Norwegen, vor allem aber aus Russland.

    Und genau dieser letzte Punkt ist Washington ein Dorn im Auge.

    Durch die Fertigstellung der Pipeline Nord Stream 2, an der sich deutsche wie österreichische Firmen beteiligen, dürften die Leitungskapazitäten für das russische Gas noch weiter erheblich steigen.

    Kommt für das LNG-Gas der Umbruch?

    Dennoch könnte laut Experten auch das LNG-Gas in Zukunft wirtschaftlich für die EU akzeptabler werden, denn der Preis dürfte in der Zukunft etwas sinken.

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    Zuvor war das Gas vor allem in Ländern wie Japan, Südkorea und China extrem nachgefragt, weil sie wegen fehlender Pipelines auf LNG-Importe per Schiff angewiesen sind. Durch die gewaltige Nachfrage war auch der Preis immens hoch.

    Wie „Der Standard“ nun mit Verweis auf Vertreter vom österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV berichtet, hat die Nachfrage in Asien zuletzt konjunkturbedingt nachgelassen, während das LNG-Angebot immer weiter steigt. Die Folge sind sinkende Preise.

    „Mengen, die in Asien nicht abgesetzt werden konnten, sind so nach Europa gelangt“, schreibt das Blatt.

    Zudem seien viele LNG-Terminals in Europa unterbelastet und könnten deutlich größere Mengen aufnehmen.

    So plant etwa auch Deutschland die Errichtung weiterer LNG-Terminals, obwohl schon im Jahr 2019 weiteres Gas aus Russland über Nord Stream 2 in Deutschland ankommen soll.

    OMV-Sprecher Rinofner betont in diesem Zusammenhang: „Der europäische Markt wird LNG aufnehmen.“

    Fügt aber dennoch hinzu: „Wenn der Preis stimmt.“

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    Tags:
    Konkurrenz, LNG-Terminal, Asien, Russland, Europa, USA, Nord Stream 2, LNG