04:30 14 November 2019
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    Reportage des chinesischen Fernsehens über Handelskrieg mit den USA

    Experte: Streit zwischen USA und China kann der Welt zum Verhängnis werden

    © AP Photo / Mark Schiefelbein
    Wirtschaft
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    Der Handelskrieg zwischen den USA und China kann die Welt ins Elend stürzen, sagte Jim O'Neill, ehemaliger Wirtschaftsexperte der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs und Autor der Abkürzung BRICS, gegenüber der Agentur Bloomberg.

    „Ich verstehe einfach nicht, wie jemand als Sieger daraus hervorgehen könnte. Die Wirtschaft kann wegen vieler Dinge kritisiert werden, aber ein essentieller Aspekt der internationalen Wirtschaftstheorie läuft auf Win-Win-Situationen hinaus (wenn die meisten Seiten im Vorteil bleiben – Anm. d. Red.), und bei weniger Handel entsteht ein Lose-Lose-Effekt“, sagte O'Neill der Agentur.

    Ihm zufolge entfallen rund 85 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes in den letzten zehn Jahren auf die USA und China. Deshalb werde der Handelskrieg zwischen den beiden Staaten negative Folgen für alle in der Welt haben. Der Experte räumt zugleich ein, dass einige Länder, so beispielsweise Indien, weniger davon betroffen sein werden.

    Der Expert ist ferner überzeugt, dass auch eine kurzfristige Lösung aller Handelsprobleme den Ländern in Zukunft keine gegenseitigen Vorwürfe ersparen kann. „Ich denke, es wird in Zukunft zu einer neuen Eskalation kommen“, resümierte O’Neill.

    Die neue Wendung des Handelskrieges zwischen den USA und China hat sich sehr negativ auf die internationalen Kapitalmärkte ausgewirkt: Allein der amerikanische Effektenmarkt verlor innerhalb eines Tages rund eine Billion Dollar. Allerdings begann der Markt, sich in den darauffolgenden Börsentagen wieder zu erholen.

    Die US-Administration betont weiterhin, dass China ein unfaires Handelsspiel treibe und unter anderem Neuentwicklungen von US-Unternehmen entwende und sie rechtswidrig zur Entwicklung eigener Unternehmen nutze. Die USA sind auch der Meinung, dass China die eigene Währung manipuliert, um seine Waren konkurrenzfähiger zu machen.

    Die chinesische Seite war eigentlich schon bereit, Zugeständnisse zu machen und auf eine ablehnende Haltung zu verzichten, aber die Position Pekings passte Washington nicht. Mehr noch, die USA haben vor kurzem eine neue Runde von Abwehrzöllen in Gesamthöhe von 200 Milliarden Dollar eingeführt.

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    Tags:
    Bloomberg, China, USA