02:28 23 November 2019
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    Medikamente (Symbolbild)

    Deutsche Pharmakonzerne hinken Konkurrenten aus USA und Schweiz hinterher – Studie

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    Wirtschaft
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    Die Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hat laut der DPA am Montag in Frankfurt eine Studie zur Entwicklung der weltweit größten Pharmafirmen vorgestellt. Sie enthüllte, wie sich die deutschen Top-Pharmaunternehmen Bayer, Boehringer Ingelheim und Merck in diesem Umfeld schlagen.

    Laut der auf der offiziellen EY-Seite veröffentlichten Analyse steigerten die globalen Marktführer aus den USA und der Schweiz ihren Umsatz im vergangenen Jahr kräftig. Die deutschen Firmen fielen aber zurück.

    Die USA geben den Ton an

    Die 22 untersuchten Konzerne steigerten 2018 ihren Umsatz aus dem Pharmageschäft insgesamt um 0,9 Prozent auf 460,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Indes mussten Bayer, Merck und Boehringer Ingelheim Rückgänge von 0,3 Prozent hinnehmen. Dabei blieben sie besonders hinter der Weltspitze um Pfizer, Roche, Johnson & Johnson, Merck & Co und Novartis zurück. Der Umsatz der Top Ten wuchs für sich genommen um 2,6 Prozent.

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    „Die Branche entwickelt sich in zwei Geschwindigkeiten“, zitiert die DPA den EY-Experten Siegfried Bialojan.

    Während die USA den Ton angäben und die Schweizer gut mithalten könnten, falle das übrige Europa ab.

    „Blockbuster“-Medikamente

    Die Marktführer profitierten von so genannten „Blockbuster“-Medikamenten: Arzneien mit mehr als einer Milliarde Dollar Jahresumsatz. Gerade bei Krebsmitteln sind Amerikaner und Schweizer schon seit längerem führend. Die deutschen Vertreter sind bei „Blockbustern“ weit schwächer aufgestellt. Bayer gelangen mit neuen Produkten immerhin deutliche Zuwächse.

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    Nach Angaben der Beratungsgesellschaft ist der US-Pharmakonzern Pfizer der größte der Welt. 2018 lag sein Umsatz bei 42,4 Milliarden Euro. Bayer kam mit 16,8 Milliarden Euro auf Platz 14, gefolgt von Boehringer Ingelheim und dem Darmstädter Merck-Konzern auf den Rängen 18 und 22.

    Insgesamt sind die Pharmakonzerne weiter von „Blockbustern“ abhängig. Sie erzielten 2018 fast zwei Drittel des Umsatzes (64,2 Prozent) mit diesen Top-Medikamenten, so die Recherche.

    „Es geht aber nicht mehr so stark um Arzneien für den Massenmarkt, sondern um individuelle, teure Arzneien wie Zell- und Gentherapien“, so der EY-Partner Jürgen Peukert.

    Russische Käsen auf einer Wirtschaftsmesse auf dem Hauptausstellungsgelände Russlands (Archivbild)
    © Sputnik / Jekaterina Tschessnokowa
    Ausgaben für Forschung und Entwicklung: Deutsche Firmen unter Spitzenreitern

    Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) im Pharmabereich schneiden die deutschen Branchenschwergewichte aber gut ab. So wendet Merck demnach 27 Prozent des Umsatzes dafür auf – global Platz zwei. Merck feilt an neuen Krebstherapien, während alte Kassenschlager des Konzerns weniger Geld abwerfen. Auch Boehringer Ingelheim liegt bei den F&E-Ausgaben gemessen am Umsatz über dem Schnitt.

    Die Branche arbeitet der Analyse zufolge sehr profitabel. Bei den 22 untersuchten Konzernen blieb im Schnitt gut ein Viertel des Umsatzes als Betriebsgewinn vor Steuern und Zinsen hängen. Allerdings ließen hohe Kosten für neue Wirkstoffe die Margen gemessen an den Vorjahren sinken. „Die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel“, schreibt die Nachrichtenagentur unter Berufung auf EY.

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    Tags:
    Pharma-Konzern, Pharmazie, Arzneimittel, Arznei, Heilmittel, Medikamente, Medizin, Schweiz, USA, Deutschland