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11:49 21 August 2019
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    Öllieferungen  (Symbolbild)

    Washingtons Sanktionen gegen Teheran: Werden Käufer iranischen Öls sich fügen?

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    Wirtschaft
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    Der unabhängige Experte für Energiesicherheit aus London und ehemalige Sekretär Irans bei der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), Manouchehr Takin, hat gegenüber Sputnik die US-Öl-Sanktionen gegen Teheran sowie den jüngsten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) kommentiert.

    Vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Sanktionen kann die Öl-Gewinnung im Iran im Mai laut der IEA auf ein Minimum seit den 1980er Jahren sinken. Darüber hinaus hat Teheran im April 2,61 Millionen Barrel am Tag gefördert, was ein Minus von 130.000 Barrel am Tag bedeutet.

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    Takin zufolge behaupten die USA, dass der Iran derzeit 1,1 Millionen Barrel am Tag fördern würde. Allerdings soll die Förderung bei 1,9 Millionen Barrel am Tag liegen, laut einer „Reihe von Strukturen, die Erdöl-Tanker anhand von Satellitenaufnahmen und anderen Quellen verfolgen“.

    „Niemand weiß, inwiefern die Käufer des iranischen Öls die US-Drohung ernst nehmen“, so der Experte.

    China habe erklärt, dass es weiter Öl vom Iran kaufen werde. Die indische Regierung habe eine ähnliche Position bezogen. Takin hob den Handelskrieg zwischen Washington und Peking hervor. Es sei auch möglich, dass China auf den Kauf iranischen Öls verzichten und die Senkung der gebühr für die Einfuhr chinesischer Soja in die USA fordern werde.

    „Irans Öl wird zu einem Bauern auf dem Schachbrett für Deals großer Spieler“.

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    Entgegen Teherans Erwartungen werde die Senkung der Ölgewinnung im Land keinen großen Einfluss auf den Weltmarkt haben, denn sowohl Saudi-Arabien als auch die USA haben große Kapazitäten bei der Ölförderung. Irans strategische Energieressource könne zur „Geisel“ Riads und Washingtons werden.

    Vor allem saudi-arabisches Öl kann aus der Sicht des Experten auf dem Markt das iranische Öl ersetzen. Riad produziere derzeit weniger als zehn Millionen Barrel am Tag, könne jedoch täglich zwölf Millionen Barrel produzieren.

    Riad – dem Spitzenreiter in der Ölgewinnung weltweit – folgen die USA, so Takin. Die Vereinigten Staaten sollen im Laufe eines Jahres die Jahresförderung von Schieferöl um eine Million Barrel am Tag erhöht haben.

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    Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich seit Mai 2018 verschärft, als US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen aufkündigte und die Strafmaßnahmen wieder in Kraft setzte. Acht wichtige Ölkunden des Irans – darunter China, Japan, Indien und Südkorea – erhielten jedoch bis Mai Ausnahmegenehmigungen von den Sanktionen.

    Ende April erklärte das Weiße Haus, dass die Ausnahmen von den Ölsanktionen gegen den Iran nicht mehr verlängert würden. Washington plant offenbar, die iranischen Erdölexporte komplett zu unterbinden.

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    IEA, OPEC, Politik, Kernwaffen, nuke, Atombombe, Atomtests, Atomkraft, Atomdeal, Gemeinsamer Umfassender Aktionsplan (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA), Gemeinsamer Umfassender Aktionsplan (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA), Verletzung der Sanktionen, Wirtschaftssanktionen, Sanktionspolitik, Sanktionsdruck, US-Sanktionen, China, USA, Iran, Öltanker, Exportöl, Ölfelder, Ölmarkt, Rohöl, Erdöl, Öl