SNA Radio
    Produktion der Rubel-Banknote (Archiv)

    Trump-Clan: Deutsche Bank und „verdächtiges“ Geld aus Russland

    © Sputnik / Pawel Lisitsyn
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Maxim Rubtschenko
    13749

    Nach Angaben der "New York Times" haben Experten der Deutschen Bank zahlreiche „verdächtige“ finanzielle Transaktionen unter Beteiligung von Firmen, die US-Präsident Donald Trump und seinem Schwiegersohn Jared Kushner gehören, entdeckt.

    Der Kongress hat bereits eine neue Ermittlung eingeleitet. Die Aktienkurse der Deutschen Bank fielen daraufhin auf ihren historischen Tiefpunkt. Worum es bei diesen neuen Vorwürfen gegen Trump geht, hat Sputnik in diesem Beitrag analysiert.

    Auf Biegen und Brechen

    Erst vor kurzem sind Trumps Opponenten beim Versuch, Moskaus Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl 2016 zugunsten des damaligen republikanischen Kandidaten zu beweisen, gescheitert, aber jetzt reden sie wieder davon, dass Trump Finanzhilfen von Russland erhalten hätte.

    Die "New York Times", die als eine Art „Sprachrohr“ der Demokraten gilt, hat jüngst Ausführungen der früheren Mitarbeiterin der Deutschen Bank Tammy McFadden über eine ganze Reihe von verdächtigen Geldüberweisungen zwischen den dem Schwiegersohn des Präsidenten gehörenden Kushner Companies und „russischen natürlichen Personen“ in den Jahren 2016 und 2017 veröffentlicht.

    McFadden will diese Überweisungen im Sommer 2016 entdeckt haben, gerade während der Präsidentschaftswahlkampagne. Das Computersystem der Bank habe diese Transaktionen als „Verdacht erregend“ markiert.

    Die Mitarbeiterin hat nach ihren Worten das New Yorker Büro der Deutschen Bank darüber informiert, allerdings die Antwort bekommen, diese Transaktionen wären völlig legal gewesen, und damit bekam diese Geschichte damals keine Fortsetzung.

    Laut der "New York Times" rufen diese Informationen aber „neue Fragen über die potenzielle Beteiligung Jared Kushners an Trumps Wahlkampf und an seiner Kooperation mit Personen, die mit der russischen Regierung verbunden waren, während der Wahl-2016“ hervor.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Autor „höllischer“ Sanktionen gegen Moskau beklagt sich über US-Kongress<<<

    Zweiter Anlauf

    Das ist schon der zweite Versuch der Demokraten, Trump und den Kreml durch die Deutsche Bank zu verbinden. Vor zwei Jahren hatte die "New York Times" behauptet, Trump hätte von der Deutschen Bank zwischen 2012 und 2015 Kredite für insgesamt 300 Millionen Dollar erhalten, und zwar für den Bau eines Golfklubs in Florida, eines Hotels in Washington und eines Wolkenkratzers in Chicago. Da Trump damals große Finanzprobleme hatte, bekam er die Kredite mit Garantien von Dritten, und diese Dritten waren angeblich russische Unternehmen.

    Im Mai 2017 hatten die Demokraten im Repräsentantenhaus dem Exekutivdirektor der Deutschen Bank, John Cryan, einen Brief mit der Forderung geschickt, die Konten Donald Trumps in den letzten fünf Jahren zu überprüfen und ihnen mitzuteilen, wer seine Garanten für die Kredite waren. Zudem wollten die Abgeordneten den „internen E-Mail-Wechsel über die Kredite für Trump und dessen Familienmitglieder“ in ihre Hände bekommen.

    Diese Forderung wurde zurückgewiesen, aber die Deutsche Bank versicherte, dass bei der Überprüfung der Konten Trumps keine Verbindungen mit Russland aufgedeckt worden wären.

    Vor etwa einem Monat wandte sich der Kongress wieder an die Deutsche Bank und beantragte „Finanzinformationen seit 2010, die die Aktivitäten der Mutter- und Tochterfirmen, ihrer Filialen und Abteilungen betreffen, die Trump bzw. seine Rechtsnachfolgern sowie juristischen Personen gehören, wo sie die Aktienmehrheit haben bzw. hatten“.

    Die Deutsche Bank informierte unverzüglich Präsident Trump darüber, und er ging sofort vor Gericht und verlangte ein Verbot für die Veröffentlichung dieser Informationen.

    „Das Vorgehen des Kongresses ist ungesetzlich und verletzt das Recht auf die Unantastbarkeit des Privatlebens des Präsidenten, seiner Familie und ihrer Unternehmen“, ging aus der entsprechenden Pressemitteilung der Anwälte des Staatschefs hervor. Die Gesetzgeber wollen „alle Informationen über alle Personen, die selbst nur indirekt mit dem Präsidenten verbunden sind, seit fast zehn Jahren bekommen“. Die Juristen betonten, dass sie „es kaum erwarten können, bis sie die Rechte ihrer Klientel vor Gericht verteidigen können.“

    Und nun erschien die Erzählung von Tammy McFadden in der "New York Times". Allerdings ist die Summe, die Trumps Unternehmen von der Deutschen Bank angeblich bekommen hätten, auf 2,5 Milliarden Dollar gestiegen. Laut der Redaktion bekam Trump diese Gelder in der Zeit, „als die meisten Banken an der Wall Street nach Trumps ‚Defaults‘ keine Geschäfte mit ihm haben wollten“.

    Gezielt wurde auf Trump – getroffen wurde Europa

    Der Präsident reagierte auf diesen Bericht der "New York Times" in seinem Stil: auf Twitter, wobei er der der Zeitung die Verbreitung von Lügen vorwarf.

    „Die lügnerische ‚New York Times‘ und andere ‚Fake News Media‘ schreiben falsche Geschichten weiter, dass ich von vielen Banken keine Kredite bekommen hätte, weil sie mit mir keine Geschäfte machen wollten. FALSCH! Das war so, weil ich kein Geld brauchte“, betonte der Präsident.

    „Trump hat viel Geld verdient und kauft alles in Cash – er braucht keine Banken“, so ein anderer Twitter-Beitrag des Staatschefs. „Aber woher hatte er dieses Geld? Vielleicht steckt Russland dahinter? Nein, ich habe gute Geschäfte aufgebaut, und ich brauche keine Banken.“

    Die Sprecherin der Trump Organization, Amanda Miller, nannte gegenüber Reuters den Beitrag in der "New York Times" einen „absoluten Quatsch“. „Wir wissen nichts über jegliche ‚verdächtige‘ Transaktionen mit der Deutschen Bank“, behauptete sie. „In Wahrheit haben wir gar keine Prozesskonten in dieser Bank.“

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Russiagate-Apologeten droht die nächste Ohrfeige<<<

    Ein Sprecher der Kushner Companies sagte seinerseits, jegliche Informationen über angebliche Verbindungen des Unternehmens mit illegalen Finanzoperationen seien „gefälscht und völlig lügnerisch“.

    Am Ende fiel die Deutsche Bank zum Opfer der “New York Times”-Enthüllungen, deren Börsenwert auf ein historisches Minimum geschrumpft ist: Am Dienstag kosteten ihre Aktien 7,39 Dollar, fast vier Prozent weniger als am vergangenen Freitag.

    Dabei hat die größte Bank Europas ohnehin jede Menge Probleme. Anfang Mai wurde sie vom Internationalen Währungsfonds sogar als „größte Gefahr für das internationale Finanzsystem“ bezeichnet und gewarnt, dass die Deutsche Bank eine neue Weltwirtschaftskrise auslösen könnte.

    Zum Abschluss des Jahres 2016 hatte die Deutsche Bank zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2008 über einen reinen Verlust in Höhe von nahezu sieben Milliarden Euro berichtet,  und seit dieser Zeit schreibt die Bank nur noch rote Zahlen – und diese werden von Jahr zu Jahr schlechter.

    Der Hauptgrund dieses Kollapses ist ein riesiges Portefeuille von „toxischen“ Wertpapieren, die auf 46 Billionen Euro (14 Mal so viel wie das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik) geschätzt werden. Umso desaströser wird die Situation wegen riesiger Strafen für die Teilnahme an illegalen Finanzgeschäften, die sich seit 2008 auf mehr als 17 Milliarden Dollar belaufen.

    Der neue Skandal um die illegale Finanzierung der Familie Trump könnte für die Deutsche Bank tödlich werden. Denn die Anlagen in der Bank werden auf insgesamt mehr als 550 Milliarden Euro geschätzt. Sollten die Anleger jetzt ihre Gelder abheben, könnte das eine Liquiditätskrise in der Bank und dann auch im ganzen europäischen und globalen Finanzsystem auslösen.

    Und davon könnte nicht nur die Alte Welt in Mitleidenschaft gezogen werden, denn der deutsche Bankensektor spielt eine führende Rolle in der ganzen Weltwirtschaft. Also könnte die Deutsche Bank tatsächlich zum Auslöser einer neuen Weltwirtschaftskrise werden – wie das 2008 mit Lehman Brothers der Fall war.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Fake-News, Verbreitung, Lügen, Kredite, Finanzen, Wahleinmischung, US-Kongress, Ermittlung, Jared Kushner, Deutsche Bank, Transaktionen, Donald Trump, USA, Russland