01:55 22 Oktober 2020
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    Die internationale Ratingagentur Moody’s befürchtet Probleme bei der Gewährung einer weiteren Tranche des Internationalen Währungsfonds (IWF) an die Ukraine. Das geht aus dem jüngsten Bericht von Moody’s hervor, der der Nachrichtenagentur Sputnik vorliegt.

    Als Hauptrisiko bezeichnet Moody’s die Vorbereitung vorfristiger Parlamentswahlen in der Ex-Sowjetrepublik. Ursprünglich war die Wahl für Oktober dieses Jahres geplant gewesen. Aber der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vor kurzem das Parlament per Ukas aufgelöst und Neuwahlen zum 21. Juli angesetzt.

    Den Beschluss über Neuwahlen bewertete Moody’s als positiv: Das neue Kabinett werde früher gebildet als zuvor geplant, höchstwahrscheinlich im dritten Quartal 2019. „Das wird die Wiederaufnahme des Reformprozesses ermöglichen“, hieß es im Bericht.

    „Zugleich werden die vorgezogenen Wahlen den Erhalt der IWF-Tranche zum festgelegten Termin kaum möglich machen. Die Vorbereitung der vorgezogenen Wahlen wird gesetzgebende Aktivitäten (des Parlaments) erschweren, die für die Aufrechterhaltung des mit dem IWF abgestimmten gültigen Programms erforderlich sind“, betonte Moody’s.

    Der IWF-Gouverneursrat hatte im Dezember 2018 ein neues stand-by-Kreditprogramm für Kiew bestätigt. Demzufolge soll die Ukraine insgesamt 3,9 Milliarden US-Dollar bekommen. Das Programm hat eine Laufzeit von 14 Monaten. Die erste Tranche von 1,4 Milliarden Dollar wurde noch im Dezember 2018 überwiesen. Die restlichen Mittel werden nach Resultaten von Kontrollen freigegeben, die alle sechs Monate durchzuführen sind.

    >>>Mehr zum Thema: Kiewer Politiker: Ukrainische Wirtschaft „unter IWF-Kontrolle“ vernichtet<<<

    Kiew hatte mit der weiteren IWF-Tranche in diesem Mai gerechnet. Vor kurzem nannte die stellvertretende ukrainische Notenbankchefin Jekaterina Roschkowa Juni als neuen Termin.

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    Tags:
    Probleme, Tranche, Kredit, Internationaler Währungsfonds (IWF), Ratingagentur Moody's, Ukraine