Widgets Magazine
22:40 19 Oktober 2019
SNA Radio
    BMW-Logo (Symbolbild)

    Trotz Trumps Strafzoll-Androhungen: BMW eröffnet neues Werk in Mexiko

    CC0
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    2713
    Abonnieren

    Am kommenden Donnerstag wird BMW eine neue Fabrik im zentralmexikanischen Bundesstaat San Luis Potosí eröffnen, in der der Großteil der sogenannten "3er"-Serie gefertigt werden soll. Allerdings gefährden die von US-Präsident Trump angekündigten Strafzölle auf mexikanische Importe die Rentabilität des Werks. Dies meldet die Deutsche Presse-Agentur.

    Da Mexiko angeblich nicht genug gegen die illegale Migration tue, sollten ab 10. Juni Zölle in Höhe von fünf Prozent auf sämtliche Einfuhren aus Mexiko erhoben werden, hatte Trump Ende Mai angekündigt. Der Schritt dürfte auch die Autohersteller treffen. Sollte das zentralamerikanische Nachbarland nicht wirksame Maßnahmen gegen die illegale Migration ergreifen, könnten die Sonderzölle bis Oktober auf 25 Prozent steigen.

    Am heutigen Mittwoch wollten der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard und sein US-Kollege Mike Pompeo im Washington zusammenkommen, um nach einer Lösung zu suchen. Ebrard betonte die Dialogbereitschaft seines Landes, stellte aber auch klar: „Wir werden Mexikos Würde verteidigen“.

    Die mexikanische Regierung hält die angedrohten Strafzölle für kontraproduktiv. Wenn diese doch verhängt werden sollten, dürften die Migrationsströme noch zunehmen, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Dann wären die beiden Volkswirtschaften weniger wettbewerbsfähig.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Handelskrieg mit USA: Chinas Firmen erwägen Umzug nach Russland<<<

    Die DPA verweis auf die Wichtigkeit von Mexiko für die Automobilindustrie: Das Land sei ein strategischer Knotenpunkt, das es genau neben dem Großkunden USA liege, über eine geografische Schlüssellage verfüge und eine etablierte Zuliefererkette, niedrige Löhne sowie Freihandelsabkommen mit mehr als 40 Staaten habe. Viele ausländische Unternehmen wie Volkswagen, Daimler, Toyota und General Motors haben ihre Standorte im zentralamerikanischen Land.

    Im Ranking der größten Fahrzeugproduzenten überholte Mexiko 2018 Südkorea und landete auf dem sechsten Platz, direkt hinter Deutschland. Die Exporte wuchsen im vergangenen Jahr um sechs Prozent, in den ersten vier Monaten dieses Jahres lag der Anstieg bei 2,8 Prozent. Damit sei Mexiko weltweit der viertgrößte Autoexporteur – und das ohne eigene relevante Marken zu besitzen, schreibt DPA am Mittwoch.

    Für die USA ist Mexiko einer der größten Handelspartner: Die USA kaufen 68 Prozent der mexikanischen Auto-Produktion. 2018 stammte ein Drittel der in die USA importierten Autos aus Mexiko. Die Vereinigten Staaten führten 2018 sechsmal so viele Autos aus Mexiko ein wie aus Deutschland.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: China verhängt Millionenstrafe gegen Joint Venture von Ford<<<

    Branchenexperten gingen davon aus, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China sich zugunsten Mexikos auswirken könnte, vor allem bei der Produktion von Autoteilen.

    Für Mexikos Autobauer und Zulieferer könnte der im November unterzeichnete neue Freihandelsabkommen USMCA (USA-Mexiko-Kanada-Abkommen) laut Branchenexperten eine gute Entwicklung bedeuten. Trump stellte Mexiko gar einen Freibrief aus, dem zufolge die Autoimporte bis zu einer gewissen Grenze von möglichen künftigen Zöllen ausgenommen sein sollten.

    BMW zeigte sich von den Drohgebärden aus Washington auch nicht begeistert: „Die BMW Group steht für weltweiten Freihandel: Wir verfügen als Unternehmen über ein weltweites Produktionsnetzwerk und einen globalen Absatzmarkt. Zudem nutzen wir die globalen Einkaufsmärkte“, hieß es in einer Mitteilung.

    Zuvor hatte Siemens-Chef Joe Kaeser Europa vor dem Hintergrund der protektionistischen Politik der USA zu einer gemeinsamen Industriepolitik aufgerufen.

    Angesichts der negativen Handelsbilanz der USA hatte Trump Mitte Mai seine Entscheidung über angedrohte Sonderzölle auf Auto-Einfuhren aus der Europäischen Union für ein halbes Jahr aufgeschoben. Gelingt bis November kein Kompromiss, wären besonders die deutschen Hersteller davon betroffen, die einen großen Anteil an den EU-Exporten in die USA haben.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Donald Trump, US-Strafzölle, Strafzölle, Mexiko, USA, Deutschland, BMW