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21:17 22 Juli 2019
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    Bundeswehr-Chefin Ursula von der Leyen (r.) und Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly bei ILA-Ausstellung 2018 in Berlin

    Allez, allez! Bundestag gibt Millionen-Startschuss für deutsch-französischen Kampfflieger

    © AFP 2019 / John Macdougall
    Wirtschaft
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    Es ist ein Milliardenprojekt, auf das sich die beiden Nato-Staaten geeinigt haben. Der Bundestag wird am Mittwoch den finanziellen Startschuss für das Kampfflugzeug FCAS freigeben. Ganz einig sind sich Frankreich und Deutschland allerdings noch nicht.

    Deutschland macht, nach zähen Verhandlungen mit der französischen Regierung und innerhalb der Koalition, den ersten Schritt. Der Haushaltsausschuss bewilligt am Mittwoch die ersten 32,5 Millionen Euro, wie Medien übereinstimmend berichten.

    Das ist die Hälfte der Kosten für eine Konzeptstudie für den gemeinsamen Flieger FCAS. Diese Abkürzung steht für „Future Combat Aircraft Systems“. Die andere Hälfte bezahlen die Franzosen. Die Konzeptstudie soll klären, wie teuer die Entwicklung des Triebwerks sein wird.

    Gemeinsames Projekt unter französischer Regie

    Der Antrieb wird federführend von europäischen Luftfahrtunternehmen Airbus Defence and Space und dem französischen Konzern Dassault Aviation entwickelt. Allein die Kosten für die Entwicklung belaufen sich nach Schätzungen Frankreichs auf etwa acht Millionen Euro, wie das Handelsblatt berichtet.

    >>>Mehr zum Thema: Geheime Intrigen um Kampfjet der 6. Generation im europäischen Rüstungsbau<<<

    Ziel sei, so berichtet die Zeitung weiter, im Jahr 2040 mit dem ganzen System aus Kampfflugzeugen und Drohnen einsatzfähig zu sein. Insgesamt wird FCAS nach Schätzungen bis zu 500 Milliarden Euro teuer, berichtet das Handelsblatt weiter.

    Streit darüber, wer den Kampfjet kaufen darf

    Obwohl das Projekt durch die Millionen-Freigabe des Bundestags am Mittwoch startet, soll es noch offiziell und feierlich durch die beiden Verteidigungsministerinnen Ursula von der Leyen (CDU) und Florence Parly sowie den Unternehmen auf der Luftfahrtschau in Le Bourget Mitte Juni unterzeichnet werden. Die Flieger sollen die EU-Staaten unabhängiger von den USA machen und gleichzeitig die deutsch-französische Partnerschaft symbolisieren.

    In dieser Partnerschaft besteht noch Uneinigkeit darüber, wer die FCAS-Systeme kaufen darf, wenn sie mal fertig sind. Sollen es ausschließlich andere EU-Staaten und Nato-Partner sein oder bekommt die Kampfflieger jeder, der sie bezahlen kann? Letzteres wollen die Franzosen, auf ersterem beharrt die SPD. Die Franzosen haben anders als Deutschland keine Probleme damit, Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien und in andere Problemstaaten zu liefern. Nach Angaben des Spiegel laufen geheime Verhandlungen hinter den Kulissen, die bis jetzt offenbar noch kein Ergebnis hervorgebracht haben.

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    Tags:
    Millionen, Euro, Rüstung, Steuer, Finanzierung, Kampfflugzeug, Ausgaben, Bundestag, Bundeswehr, Florence Parly, Ursula von der Leyen, Deutschland, Frankreich