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    Mega-Deal im Visier? Boeing führt offenbar Verhandlungen mit China

    © AP Photo / Richard Drew
    Wirtschaft
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    Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing verhandelt trotz des Handelsstreits zwischen Washington und Peking über eine große Bestellung aus China. Darüber berichtet Bloomberg unter Berufung auf einen Insider.

    Bei den Verhandlungen handelt es sich demnach um insgesamt etwa 100 Flugzeuge vom Typ 787 „Dreamliner“ und von Boeings neuestem Langstreckenjet 777X. Das Auftragsvolumen könne ohne branchenübliche Rabatte mehr als 30 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) betragen. Das US-Unternehmen kommentierte die Meldung bislang nicht. Auch von der chinesischen Seite gibt es keine offiziellen Kommentare.

    Dieser Deal könnte für die US-Firma Boeing im scharfen Wettbewerb mit dem europäischen Rivalen Airbus sehr wichtig sein. Man verlor das Vertrauen zu den US-Amerikanern nach zwei Flugzeug-Katastrophen mit der Baureihe 737 Max. Im Oktober 2018 war ein Flugzeug der Gesellschaft Lion Air mit 157 Menschen an Bord abgestürzt. Im März dieses Jahres stürzte eine Maschine der Ethiopian Airlines mit 189 Menschen ab. Alle Insassen starben.

    Laut den von der Nachrichtenagentur zitierten Quellen steht ein Abschluss der Gespräche noch nicht unmittelbar bevor. Grund dafür ist der Handelsstreit zwischen Washington und Peking, der für Schwierigkeiten sorgt. Die chinesische Seite wartet Bloomberg zufolge auf Anweisungen der Regierung in Peking, bevor die Verhandlungen mit Boeing vorangetrieben werden können.

    Der Handelskrieg zwischen den beiden Giganten dauert seit dem 6. Juli 2018 an. Damals hatten beide Länder höhere Zölle verhängt. Die USA belegten 818 chinesische Waren für insgesamt 34 Milliarden US-Dollar pro Jahr mit einem 25 Prozent hohen Zoll. China leitete noch am gleichen Tag ähnliche Maßnahmen ein.

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    Am 23. August 2018 verhängte Trump weitere Einfuhrzölle auf chinesische Waren im Gesamtwert von 16 Milliarden Dollar. China reagierte gleichermaßen. Betroffen sind Fahrzeuge, Flugzeugbenzin, Ersatzteile, Medizintechnik, Abfälle aller Art sowie Kohle und Gas.

    Anfang Dezember einigten sich Trump und Xi bei einem Treffen in Argentinien auf Schritte zum Abschluss eines Handelsabkommens, die binnen drei Monaten erfolgen sollten.

    Der US-Präsident willigte ein, die Einfuhrzölle ab 1. Januar 2019 nicht mehr zu erhöhen. Die Frist für eine neue Übereinkunft verstrich am 1. März. Nach erfolgreichen Gesprächen erklärte sich Trump bereit, das Abkommen zu verlängern.

    Am 11. Mai ordnete Trump allerdings neue Zölle auf chinesische Waren im Gesamtwert von 300 Milliarden Dollar an. Nach Angaben von Robert Lighthizer, US-Vertreter zu den Handelsverhandlungen mit Peking, ist damit der „gesamte noch verbliebene Import aus China“ betroffen.

    ak

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    Tags:
    Deal, Verhandlungen, Boeing 787 Dreamliner, Boeing 777X, Boeing, USA, China