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06:45 23 September 2019
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    Der estnische Kraftwerke-Komplex Elektrizitätswerke Narva (Archiv)

    CO₂-Emissionsrechte: Estlands Energiekonzern entlässt Mitarbeiter – Russland erhöht Stromlieferungen

    CC BY-SA 3.0 / Narva69 / Eesti Elektrijaam
    Wirtschaft
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    Der Energiekonzern Eesti Energia, einer der wichtigsten Lieferanten von Strom und Wärme in Estland, hat circa 400 seiner Angestellten entlassen, weitere 1300 Mitarbeiter werden in Zwangsurlaub geschickt. Vor diesem Hintergrund erhöhte Russland seine Stromlieferungen ins Baltikum, schreibt das Portal Severnoje Poberezhje.

    Von den elf Blöcken des estnischen Kraftwerke-Komplexes Elektrizitätswerke Narva funktionieren demzufolge in den letzten Monaten nur nochdrei. Die Produktionseinschränkung in den mit Ölschiefer betriebenen Dampfkraftwerken steht im Zusammenhang mit der drastischen und unerwarteten Preiserhöhung für CO₂-Emissionsrechte, deren Preis sich vervielfacht haben soll. 

    Russland auf Energiemarkt des Baltikums und Nordeuropas

    Der Energiemarkt in den Ländern des Baltikums und Nordeuropas bekommt eine starke Konkurrenz von russischen Firmen, die billigen Strom anbieten. Nach Angaben von Sputnik Lettland erhöhte Russland seine Energielieferungen in die baltische Region wesentlich, indem es an der Börse Nord Pool in den Stunden gehandelt hatte, wo der Preis am höchsten gewesen war.

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    Im Vorjahr lag der Anstieg der russischen Energielieferungen nach Finnland bei 38 Prozent, nach Litauen bei 41 Prozent. Russlands Unternehmen zeigten sich zu weiteren Lieferungen bereit. Nach der Inbetriebnahme neuer Kraftwerke im Gebiet Kaliningrad haben sich Russlands Möglichkeiten im Bereich Energielieferungen erweitert, so Sputnik Lettland.

    Der estnische Ministerpräsident, Jüri Ratas, will in Brüssel das Thema der Stromlieferanten Russlands erheben, die keine CO2-Steuern zahlen müssen. Das berichtet Severnoje Poberezhje unter Verweis auf den Leiter der Gewerkschaft der Energiearbeiter in Narwa, Andrej Zaitsev. Er selbst glaube allerdings nicht, dass der Antrag an die EU viel ergeben werde. Wenn die Rede von der EU sei, könne es Jahre dauern, bis eine Entscheidung getroffen werde. Mittlerweile steige die soziale Anspannung.

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    Zaitsev findet dem Portal zufolge, dass Estland wie Polen seinen Energiemarkt schützen sollte. Wie Sputnik Lettland früher unter Berufung auf Timo Tatar vomEnergieministeriums mitgeteilt hatte, wollen Lettland und Estland ab dem Herbst Gebühren für den russischen Strom einführen. 

    Der EU-Emissionshandel ist ein Instrument der EU-Klimapolitik. Sein Ziel ist, die Emissionen von Treibhausgasen – darunter von CO₂ – zu senken. Dabei wird eine begrenzte Zahl an Emissionsrechten ausgegeben und anschließend auf dem Markt gehandelt.

    mo/sna

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    Tags:
    Energiepolitik, Energiebereich, Energiesystem, Energiemarkt, Energie, Strom, Russland, Baltikum-Länder, Baltikum, Europa, EU, Estland