17:25 11 Dezember 2019
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    Selenski-Vertreter: Gas aus Russland über private Firma kaufen

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    Andrej Gerus, der Vertreter von Präsident Wladimir Selenski im Ministerkabinett der Ukraine, hat vorgeschlagen, dass die Oppositionspolitiker Juri Bojko und Viktor Medwedtschuk eine private Firma gründen, um Gas aus Russland zu beziehen.

    Gazprom ist bereit, Verhandlungen über die Ausarbeitung eines Abkommens über die Lieferung von russischem Gas an die Ukraine aufzunehmen, in dem die Endverbraucherpreise 25 Prozent unter dem aktuellen Preisniveau liegen sollen. Diese Erklärung gab Gazprom-Chef Alexej Miller beim Petersburger Wirtschaftsforum während eines Treffens mit dem Vorsitzenden des politischen Rates der ukrainischen Partei „Oppositionsplattform – für das Leben“, Viktor Medwedtschuk, und dem Ko-Vorsitzenden der Partei, Juri Bojko, ab.

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    Gerus wies darauf hin, dass derzeit mehrere Dutzend Händler Gas in die Ukraine importieren. „Wenn Bojko und Medwedtschuk einen Gaspreis vereinbart haben, sollten sie sofort eine Vereinbarung unterzeichnen. Sie brauchen dafür keinen Präsidenten, sie müssen Gas kaufen, in die Ukraine bringen und verkaufen. Wir werden ihnen alle applaudieren“, sagte der Vertreter von Selenski laut ukrainischen Medien.

    Die Ukraine hatte im November 2015 den Kauf von Gas aus Russland eingestellt. Seitdem pumpt Kiew in der Europäischen Union gekauften Brennstoff in seine Lager. Das Gas kommt hauptsächlich aus der Slowakei, Ungarn und Polen. Das Reverse-Gas kostet die Ukraine mehr als direkte Lieferungen aus Russland. Die bestehenden Verträge über die Lieferung und den Transit von russischem Gas durch die Ukraine laufen Ende 2019 aus. Zuvor hatte Naftogaz mit Gazprom keine Einigung über die Unterzeichnung eines neuen Vertrages erzielt.

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    Die Verträge müssen sowieso geändert werden, meinte der Geschäftsführer von EnergyEfficiencyInvest-Eurasia, Stephan Kohler, gegenüber Sputnik. Er hob hervor, dass Gazprom deutlich gemacht habe, dass die Transitlieferungen nach Europa nicht betroffen sein werden. Die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 würde zugleich dazu beitragen, Transitrisiken durch die Ukraine zu vermeiden, betont der Experte.

    „Europa stellt der Ukraine Investitionsmittel zur Verfügung, um die Pipelinesysteme zu modernisieren, weil die Systeme nicht mehr auf dem neuesten technischen Stand sind. Nord Stream 2 wäre eine Alternative, um die Versorgungssicherheit in Europa zu garantieren, wenn es zum Ausfall der Pipelinesysteme kommen würde“, sagte Kohler.

    In der Kontroverse um die Pipeline Nord Stream 2 wird deren Bau oft mit der Notwendigkeit in Zusammenhang gebracht, die Gaslieferungen durch die Ukraine fortzusetzen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin haben davon gesprochen. Doch der Gastransit durch die Ukraine soll in erster Linie den wirtschaftlichen Anforderungen Russlands entsprechen, wobei der Bau der Ostseepipeline ein „ausschließlich wirtschaftliches Projekt“ ist.

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    Laut dem Analytiker soll der Transit durch die Ukraine beibehalten werden, daher werden nach dem Start des neuen Projekts Nord Stream 2 bestimmte Gasmengen doch das Territorium der Ukraine passieren. Die Frage ist, wie viel der Transit kosten wird. Laut dem russischen Energieminister Alexander Nowak sind die neuen Gaspipelines (Nord Stream 2 und Turkish Stream) viel vorteilhafter.

    Der deutsche Experte für Energiepolitik, Dr. Christian Wipperfürth, zweifelt nicht daran, dass die Ukraine nach der Inbetriebnahme von Nord Stream 2 und Turkish Stream weiterhin als Transitland gebraucht werde, weil der Importbedarf in Europa steige. „Auf die Transitlieferung durch die Ukraine wird man in der kurzfristigen Perspektive nicht verzichten können, denn es gibt Abnehmer in Südost-Europa, die nur über die Ukraine versorgt werden können“, sagte Wipperfürth im Gespräch mit Sputnik.

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