SNA Radio
    Totaler Blackout in Lateinamerika: Argentinien und Uruguay betroffen – gibt es Parallelen zu Venezuela?

    Millionen-Blackout in Lateinamerika: Staaten rätseln über Ursachen – Parallelen zu Venezuela?

    © REUTERS / STRINGER
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Lage in Venezuela – alle Entwicklungen (18)
    91368

    Auch Stunden nach dem flächendeckenden Stromausfall in Argentinien und Uruguay haben die Behörden keinerlei Erklärung für den Blackout. Manche Betroffene ziehen bereits Parallelen zum Krisenland Venezuela.

    Nach dem beispiellosen Stromausfall in Argentinien und Uruguay funktioniert die Elektrizitätsversorgung in beiden südamerikanischen Ländern wieder nahezu flächendeckend – die 47 Millionen Menschen in beiden Staaten hätten praktisch alle wieder Strom, teilten die größten argentinischen Energieversorger Edesur und Edenor sowie ihr uruguayisches Pendant UTE am Sonntagabend (Ortszeit) mit.

    Zuvor waren die beiden Länder bis zu 15 Stunden lang von einem massiven Blackout betroffen.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: USA greifen Russlands Stromnetz aktiv mit Schadsoftware an – NYT<<<

    Der flächendeckende Stromausfall hatte am Sonntagmorgen um 7.07 Uhr Ortszeit (12.07 MESZ) begonnen, gut 50 Minuten vor Sonnenaufgang. Da auf der Südhalbkugel der Erde gerade der Winter beginnt, wird zum Teil auch mit Strom geheizt. Dafür sind Klimaanlagen seltener im Einsatz als im Sommer.

    „Es handelt sich um einen nie da gewesenen Fall”, schrieb Argentiniens Präsident Mauricio Macri auf Twitter.

    Auch der Unterstaatssekretär für Zivilschutz, Daniel Russo, sagte dem Sender Radio Mitre, dass es sich um einen Stromausfall von einem für Argentinien beispiellosen Ausmaß handelt. Nur das an der südlichen Landesspitze gelegene Feuerland sei verschont geblieben.

    Argentiniens Energiestaatssekretär Gustavo Lopetegui erkärte hierzu auf einer Pressekonferenz, dass das Versorgungssystem wegen Spannungsproblemen automatisch abgeschaltet worden sei.

    An einem Sonntag ohne extreme Temperaturen verfüge das Netz über eine Stromreserve von 20 Prozent, daher sei die allgemeine Abschaltung ungewöhnlich gewesen. Lopetegui schloss einen Hacker-Angriff nicht aus, das sei aber nicht der Hauptverdacht.

    Ein Ergebnis der laufenden Untersuchungen werde erst in sieben bis zehn Tagen feststehen.

    Züge und U-Bahnen in der Hauptstadt Buenos Aires mussten abrupt gestoppt werden und konnten erst am späten Sonntagabend wieder fahren. Da auch die Ampeln ausfielen, ging es auf den Straßen nicht minder chaotisch zu. Die meisten Krankenhäuser mussten sich über Generatoren versorgen.

    Der uruguayische Versorger UTE meldete auf Twitter, dass ein Schaden im argentinischen Netz sich auf das Verbundsystem ausgewirkt habe, so dass das eigene Staatsgebiet ganz ohne Strom war. Auch in Teilen Brasiliens und Paraguays kam es zu Stromausfällen.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Trump „bringt“ US-Moderatorin ans Limit: Zusammenbruch vor Live-Kamera – VIDEO<<<

    Uruguay ist mit Argentinien über das gemeinsame Kraftwerk Salto Grande auf dem Uruguay-Fluss verbunden, 350 Kilometer nördlich von Buenos Aires. Paraguay teilt sich mit Argentinien das Kraftwerk Yaciretá auf dem Paraná-Fluss.

    Auf Twitter äußerten sich Betroffene unter Hashtags wie „SinLuz” (Ohne Licht). Einige zogen bereits Vergleiche zum lateinamerikanischen Krisenland Venezuela, wo es in jüngster Zeit immer wieder Stromausfälle gab.

    Die Regierung von Venezuela hatte damals den US-Geheimdiensten vorgeworfen, die Blackouts durch gezielte Operationen bewusst ausgelöst zu haben.

    ng/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Lage in Venezuela – alle Entwicklungen (18)
    Tags:
    Energiekrise, Krisenregion, Krise, Blackout, Massenstromabschaltungen, Stromversorgungsnetz, Stromversorgung, Stromausfälle, Stromausfall, Strom, Argentinien, Uruguay, Lateinamerika, Venezuela