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08:48 17 Juli 2019
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    Huawei-Gründer Ren Zhengfei

    Huawei-Boss über US-Sanktionen: „Wir können nicht zu Tode geprügelt werden“

    © REUTERS / Aly Song
    Wirtschaft
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    Der chinesische Technologie-Konzern Huawei erwartet wegen der US-Sanktionen starke Umsatzrückgänge. Firmengründer Ren Zhengfei glaubt, dass der Konzern dennoch gestärkt aus der Krise hervorgeht.

    US-Präsident Donald Trump hatte den chinesischen Konzern Huawei im Mai auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Das Unternehmen stellt sich wegen der US-Sanktionen auf einen starken Geschäftsrückgang ein.

    Der Umsatz werde in den kommenden zwei Jahren jeweils um 30 Milliarden Dollar unter den Vorhersagen liegen, sagte Huawei-Chef Ren Zhengfei laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA) im südchinesischen Shenzhen. Allein das internationale Smartphone-Geschäft werde in diesem Jahr um 40 Prozent schrumpfen. Im vergangenen Jahr hatte der Netzwerk-Ausrüster und Smartphone-Anbieter umgerechnet gut 100 Milliarden Dollar Umsatz gemacht.

    „Extreme Maßnahmen“ nicht erwartet

    Trump begründete die Sanktionen mit Sicherheitsbedenken gegen Technik aus China. Da die Vorwürfe bislang nicht konkret belegt wurden, sehen viele Experten die Sanktionen im Kontext des Handelskonflikts zwischen den USA und China.

    Ren Zhengfei sagte der Agentur zufolge, er habe nicht erwartet, dass die US-Regierung solche „extremen Maßnahmen“ und „ein breites Spektrum von Maßnahmen“ gegen Huawei ergreifen werde, einschließlich der Einschränkung der Zusammenarbeit des Unternehmens mit US-Universitäten.

    Huawei werde aber in ein paar Jahren gestärkt aus seinen Schwierigkeiten hervorgehen, so der 74-jährige Konzerngründer weiter: „Ich denke, wir können auf keinen Fall zu Tode geprügelt werden.“ 

    Eigenes Betriebssystem für Smartphones in Planung

    Für Huawei wird die Luft durch die Einschränkungen dünner. US-Chiphersteller, die wichtige Zulieferer sind, können kaum noch Geschäfte mit den Chinesen machen. Zudem erschweren die US-Maßnahmen für Huawei den Zugang zum Google-System Android. Die Chinesen hatten deshalb angekündigt, ein eigenes Betriebssystem für Smartphones auf den Weg bringen zu wollen. Bis Mitte August werden nach einer Ausnahmegenehmigung zumindest bereits verkaufte Android-Smartphones mit allen Google-Updates versorgt. Der Internet-Konzern setzt sich laut einem Medienbericht für eine Verlängerung ein.

    Trotz der Krise werde Huawei seine Mitarbeiterzahl nicht wesentlich reduzieren, versicherte Ren Zhengfei. Eine „Geschäftskonsolidierung“ sei aber im Gange. 

    Nummer zwei der Welt: Fast 20 Prozent mehr Umsatz 2018

    Huawei ist der zweitgrößte Smartphone-Anbieter nach Samsung und spielt als großer Netzwerkausrüster eine wichtige Rolle beim Start des superschnellen 5G-Mobilfunks. Mit der Begründung, dass Huawei für Peking spionieren könnte, macht Washington Druck auf andere westliche Länder, keine Huawei-Technik beim 5G-Ausbau zu verwenden. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

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    Der Umsatz des Konzerns hatte im vergangenen Jahr noch deutlich um 19,5 Prozent auf umgerechnet rund 95 Milliarden Euro (721 Milliarden Yuan) zugelegt. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 25 Prozent auf umgerechnet rund 7,8 Milliarden Euro (59,3 Milliarden Yuan).

    dpa/mw

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    Tags:
    US-Sanktionen, China, USA, Ren Zhengfei, Huawei