Widgets Magazine
03:39 13 November 2019
SNA Radio
    Schweizer Börse in Zürich (Archiv)

    EU-Marktzugang bedroht: Kommission erhöht Druck auf die Schweiz

    © AFP 2019 / FABRICE COFFRINI
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    3840
    Abonnieren

    Die EU-Kommission erhöht den Druck auf die Schweiz, das geplante Rahmenabkommen zu unterzeichnen. Wenn die Schweiz das Abkommen weiterhin blockiert, will die Kommission die Anerkennung der Schweizer Börsenregulierung Ende Juni auslaufen lassen. Damit dürften Wertpapierhändler aus der EU nicht mehr an der Schweizer Börse handeln.

    EU-Vizekommissionspräsident Maroš Šefčovič kündigte am Dienstag in Brüssel an, dass die bis Ende Juni notwendige EU-Entscheidung über die weitere Anerkennung des Börsenplatzes Schweiz (SIX) noch einmal vertagt worden sei, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA). Diese gilt als wichtigstes Druckmittel in dem Streit um das Rahmenabkommen, weil eine Nicht-Verlängerung für die Schweiz negative wirtschaftliche Konsequenzen haben könnte.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten brechen ein<<<

    Dem Land drohen große Handelsverluste, wenn die EU der viertgrößten Börse Europas die Anerkennung entziehe. Händler aus Paris oder Frankfurt könnten damit keine Aktien mehr an der Schweizer Börse erwerben. Schweizer Unternehmen, die im Blick internationaler Anleger stehen, hätten ein Problem, ihre Aktien von Ausländern problemlos in der Schweiz zu handeln. Da der Kauf in der Schweiz in aller Regel günstiger ist, soll dies aber vor allem Marktteilnehmer in der EU treffen. Die Schweizer Regierung will im Gegenzug EU-Börsen untersagen, Schweizer Aktien zu handeln.

    Das bereits ausgehandelte, aber von der Schweiz bislang nicht unterzeichnete Rahmenabkommen soll den gegenseitigen Marktzugang einheitlicher und effizienter machen. Für die EU geht es vor allem darum, dass die Schweiz künftig in bestimmten Bereichen EU-Regeländerungen übernimmt und sich an die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hält, soweit sich die Urteile auf Bereiche beziehen, die Teil des Abkommens sind.

    Gegner des Abkommens in der Schweiz kritisieren hingegen inakzeptable neue Auflagen der EU. Die dortige Regierung hatte deswegen jüngst mitgeteilt, der Vertrag sei in seiner jetzigen Form nicht mehrheitsfähig. Die EU schließt inhaltliche Nachverhandlungen allerdings aus und ist lediglich bereit, Zusatzerklärungen abzugeben, um Kritiker zu beruhigen.

    Die Sitzung am Dienstag galt als letzter Zeitpunkt, den notwendigen Beschluss zu fassen. Zwar könnte die Kommission bis Freitag noch eine Verlängerung für die SIX gewähren. Dies bezeichnen Experten als sehr unwahrscheinlich.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: BGH: Geldabheben und Einzahlen am Schalter darf grundsätzlich extra kosten<<<

    dpa/pal

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Kritiker, Vertrag, Auflagen, Regierung, EU, EU, Aktien, Verlust, Handel, Konsequenzen, Wirtschaft, Anleger, Regelung, Regeln, Abkommen, Schweiz, Druck, EU-Kommission, EU-Kommission