17:26 22 November 2019
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    Bild von der Insel Kreta aus dem Weltraum (Archiv)

    Vor Kreta: USA und Frankreich dürfen im Mittelmeer nach Gas bohren

    © Foto: ISS Expedition/NASA Earth Observatory
    Wirtschaft
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    Die Energiekonzerne Exxon aus den USA und Total aus Frankreich dürfen vor der griechischen Mittelmeerinsel Kreta nach Erdgas suchen. Das hat nach Medienberichten die griechische Regierung beschlossen. Umweltschützer und die Tourismusbranche sind in Sorge.

    Den Regierungsauftrag für die Bohrungen hat offenbar der griechische Regierungschef Alexis Tsipras befürwortet. Das berichtet das Webportal Euronews.com. Der Pachtvertrag soll dem Bericht nach Erkundungs-Kohlenwasserstoffbohrungen im Westen und Südwesten Kretas umfassen. Das Gebiet hat demnach eine Größe von 40.000 Quadratkilometern.

    Laut kretischer Regionalregierung macht dieses Projekt die Insel zu einem wichtigen Energiezentrum mit neuen Jobchancen. Für den Umweltschutz habe man laut der Behörden alles Nötige getan, heißt es in dem Euronews-Bericht weiter. Der stellvertretende Regionalgouverneur für Umwelt, Raumordnung und Energie, Nikolaos Kalogeris, wird mit den Worten zitiert: „Wir dürfen nicht vergessen, dass Griechenland eine schwere Wirtschaftskrise hinter sich hat. Wir brauchen Investitionen. Wir haben die Risiken minimiert.“

    Allerdings mahnt der Politiker: „Wir sollten uns auch daran erinnern, dass weltweit Bohrungen in der Nähe sehr wichtiger Touristenziele stattfinden… Zum Beispiel Acapulco in Mexiko, wo es zu einem schweren Unfall kam. Bali in Indonesien ist ein weiteres gutes Beispiel.“

    Sorgen bei Fischern und im Tourismus

    Weit größer ist die Skepsis bei Umweltschützern und der kretischen Bevölkerung, die überwiegend vom Tourismus lebt. Fischer und Unternehmer teilten gegenüber Euronews ihre Sorgen mit. Sie verlangen Aufklärung über die seismischen Folgen der Bohrungen.

    Nach der Tourismuskrise im Jahr 2012 hat sich die Urlauberzahl in ganz Griechenland wieder verdoppelt. Fast 19% des griechischen Bruttoinlandsproduktes kommen dem Bericht nach aus dem Tourismus. Die Übernachtungen allein auf Kreta stiegen von 22,8 Millionen im Jahr 2016 auf 24,5 Millionen in 2017.

    Exxon und Total werden mit Forschungen und Probebohrungen westlich von Kreta beginnen. Das werde nach Angaben von Experten etwa acht Jahre lang dauern, heißt es weiter. Forscher halten Erdgas- und Erdölvorkommen im Westen des Landes und rund um die Insel Kreta für wahrscheinlich.

    mw

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    Tags:
    Exxon Mobil, Total, Gas, Kreta