05:50 15 November 2019
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    Putin, Altmaier und Zetsche bei Eröffnung des ersten Mercedes-Werkes bei Moskau, April 2019

    So läuft‘s: Deutsche investieren in Russland so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr

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    Wirtschaft
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    Deutsche Firmen in Russland: Zwei Nationalitäten - ein gemeinsames Ziel (13)
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    Deutsche Firmen setzen den Wachstumskurs in Russland fort und haben im ersten Quartal 2019 33 Prozent mehr als vor einem Jahr investiert, berichtet die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) unter Berufung auf die Bundesbank. Dabei verlieren sie Milliarden wegen der US-Sanktionen und fordern von Kanzlerin Merkel mehr Russland-Engagement.

    In den ersten drei Monaten 2019 beliefen sich die deutschen Netto-Direktinvestitionen in Russland auf 1,76 Milliarden Euro. 2018 investierten die deutschen Firmen 3,2 Milliarden Euro in Russland – die höchste Summe seit einem Jahrzehnt. 

    „Trotz lahmender Konjunktur vertrauen die deutschen Firmen weiterhin auf den russischen Markt und investieren sogar gegen den Trend“, kommentiert der AHK-Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp die Entwicklung. Das decke sich auch mit den Zahlen der aktuellen AHK-Geschäftsklimaumfrage unter den 900 Mitgliedsunternehmen. Demnach wollen 39 Prozent der deutschen Firmen in der nächsten Zeit in Russland investieren.

    Bei der Vorstellung der Geschäftsklimaumfrage in Moskau hat die AHK vergangene Woche darauf verwiesen, dass die US-Sanktionen deutschen Firmen Milliarden kosten würden. Allein die 141 an der Umfrage beteiligten Unternehmen gaben die Verluste auf 1,1 Milliarden Euro an. „Hochgerechnet auf die gesamte deutsche Wirtschaft mit mehr als 4500 in Russland tätigen Unternehme sind das mehrere Milliarden Euro“, so Schepp. Die AHK Russland hat 900 Mitglieder und ist der einzige ausländische Wirtschaftsverband, der mit zehn Prozent in den vergangenen beiden Jahren stark gewachsen ist.

    Daher würden 87 Prozent der Firmen sich wünschen, dass Deutschland auch auf Kanzlerebene an großen russischen Foren wie dem St. Petersburger Wirtschaftsforum teilnimmt. Mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nahm erstmals seit Beginn der EU-Sanktionen 2014 ein hochrangiges deutsches Regierungsmitglied am Petersburger Wirtschaftsforum teil, das im Juni stattfand.

    Welche Projekte sind denn so attraktiv für die Deutschen?

    Die genaue Aufschlüsselung der Direktinvestitionen kann die Bundesbank aus Datenschutzgründen nicht verraten. Wichtige Investitionsprojekte der letzten Monate waren laut der AHK Russland das neue Produktionswerk von Mercedes-Benz bei Moskau, die Ostseepipeline Nord Stream 2, eine Kabinenproduktion von Daimler-Kamaz in Nabereschnyje Tschelny, ein neues Vertriebs- und Servicezentrum von Zeppelin in St. Petersburg, ein Werk von Knauf zur Produktion von Modulhäusern in Krasnogorsk, einen Logistikkomplex von Rhenus in Woronesch und eine Pumpenproduktion von KSB in Moskau.

    Bekannt ist unter anderem, dass die Daimler AG in das neue Mercedes-Werk bisher etwa über 250 Millionen Euro investiert hat. Seit Jahren lässt das Unternehmen das russische LKW-Unternehmen KamAZ die LKW Mercedes und Mitsubishi Fuso Canter für sich montieren, produziert die Kabinen aber in erster Linie für KamAZ selbst. Das jährliche Produktionsvolumen der neuen Anlage beträgt bis zu 55.000 Rahmen moderner SFTP-Kabinen.

     

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    Deutsche Firmen in Russland: Zwei Nationalitäten - ein gemeinsames Ziel (13)
    Tags:
    Angela Merkel, Peter Altmaier, Mercedes, Russland, AHK