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22:21 20 August 2019
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    Serbische Flagge in Mitrovica, Kosovo

    Kosovo-Konflikt: Serbien sieht Westbalkan-Handelsabkommen Cefta als praktisch lahmgelegt

    © AP Photo / Visar Kryeziu
    Wirtschaft
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    Der Konflikt zwischen Serbien und Kosovo verschärft sich wieder. Die von Kosovo gegen Serbien verhängten Strafzölle behindern massiv den freien Handel. Nach Angaben von Serbiens Ministerpräsidentin Ana Brnabic ist damit das gesamte Westbalkan-Handelsabkommen Cefta  in Gefahr.

    Laut Brnabic gefährdet der Konflikt zwischen Serbien und Kosovo immer mehr die Zusammenarbeit der Westbalkan-Staaten. Das regionale Freihandelsabkommen Cefta sei wegen der von Kosovo gegen Serbien verhängten Strafzölle praktisch lahmgelegt, erklärte sie am Freitag am Rande der Westbalkan-Konferenz in Posen.

    Auch Angela Merkel nahm an dieser Konferenz teil.

    „Serbien sucht weiter regionale Kooperation, aber jetzt durch bilaterale Abkommen“, kündigte Brnabic an.

    Sie hoffe auf den Abschluss eines bilateralen Wirtschaftsabkommens mit Nordmazedonien noch am Freitag.

    Auch für die EU dürfte diese Entwicklung negativ sein. Kosovos Strafzölle und der dadurch erzwungene Schwenk Serbiens zu bilateralen Verträgen unterlaufen die Bemühungen der EU, seit 2014 die regionale Zusammenarbeit zwischen den sechs Westbalkan-Staaten mit dem sogenannten „Berlin-Prozess“ zu verstärken.

    Im Rahmen dieses Vorhabens wollte die EU Infrastrukturprojekte zwischen Serbien, Kosovo, Nordmazedonien, Albanien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina unterstützen und mitfinanzieren.

    EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn betonte in diesem Zusammenhang, dass die EU auch in Konkurrenz zu China und Russland stehe. Die EU sieht das Freihandelsabkommen Cefta als zentrales Element an, um einen regionalen Wirtschaftsmarkt der kleinen Westbalkan-Staaten zu schaffen, die alle von der EU eine Beitrittsperspektive bekommen hatten.

    ng/

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    Tags:
    Konflikt, Strafzölle, Albanien, Kosovo, Serbien