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13:19 22 August 2019
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    Deutsche Wirtschaft setzt auf afrikanische Freihandelszone

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    Wirtschaft
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    Die deutsche Wirtschaft hat die Gründung einer afrikanischen Freihandelszone begrüßt und sieht große Chancen für deutsche Unternehmen. Dies erklärte am Dienstag Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft.

     „Afrika schafft ab Juli 2020 einen echten Binnenmarkt”, sagte Liebing. „Das ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents und erleichtert auch deutschen Unternehmen, in Afrika zu investieren.” Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesverband für Groß- und Außenhandel (BGA) begrüßten die Vereinbarung.

    Am Sonntag war in Niger bei einem Treffen der Afrikanischen Union der Startschuss für den Freihandelsblock AfCFTA gefallen, nachdem sich auch noch Nigeria als größte afrikanische Volkswirtschaft den Plänen angeschlossen hatte. Am Ende sollen daran 55 Staaten teilnehmen.

    „Der Startschuss zu einer panafrikanischen Freihandelszone ist ein positives Signal für die Wirtschaft”, sagte der Hauptgeschäftsführer des BDI, Joachim Lang, zu Reuters. „Bisher ist eine Hürde für deutsche Unternehmen die geringe Größe von einzelnen afrikanischen Märkten bei zugleich fehlender regionaler Integration.”

    Eine panafrikanische Freihandelszone vereinfache langfristig Investitionen und den Handel deutscher Unternehmen mit den über 50 Ländern Afrikas. „Die neue Freihandelszone könnte den innerafrikanischen Handel bis zum Jahr 2040 um 15 bis 25 Prozent steigern”, so Lang weiter.

    Nur weit unter einem Fünftel des afrikanischen Außenhandels gehe in die Nachbarländer, betonte auch der Präsident des BGA, Holger Bingmann. Es sei wegen gegenseitiger Zollhürden und anderer Handelsbarrieren oft günstiger, „gleich in den nächsten Kontinent zu exportieren”. Die Vereinbarung für AfCFTA beinhaltet nun unter anderem, dass Zölle beim Handel unter den afrikanischen Mitgliedsstaaten wegfallen sollen.

    Damit werden auch deutsche Investitionen vereinfacht, weil Firmen dann vor Ort auch für die Märkte der Nachbarstaaten produzieren können.

    „Der BDI setzt sich für den Abschluss und die Umsetzung von Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und afrikanischen Staaten ein”, sagte Lang.

    Entwicklungsminister Gerd Müller hatte jüngst ein „AfricaConnect”-Programm aufgelegt, das deutschen Firmen günstige staatliche Kredite für Gemeinschaftsunternehmen mit afrikanischen Unternehmen bietet. Mit dem Programm soll vor allem Unternehmen unter die Arme gegriffen werden, die vier bis zehn Millionen Euro investieren wollen.

    „Jetzt muss das Signal kommen: Wir überlassen den afrikanischen Kontinent nicht allein chinesischen Investoren”, sagte Müller.

    Der deutsche Außenhandel mit Afrika betrug in 2018 insgesamt 45,1 Milliarden Euro. Die Exporte nach Afrika lagen im vergangenen Jahr bei 22,64 Milliarden Euro, die Importe aus Afrika bei 22,5 Milliarden Euro. Deutschlands Direktinvestitionen in Afrika betrugen 2017 nach Angaben der Bundesbank insgesamt 11,5 Milliarden Euro. Deutschland ist damit nicht unter den zehn größten Investoren in Afrika.

    ai/rtr

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    Tags:
    Deutschland, Afrika, Wirtschaftszone