20:33 05 Dezember 2019
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    Eine MiG-35 der russischen Luftstreitkräfte (Archiv)

    Moskau: Sanktionen werden MiG-35-Lieferungen an Indien nicht verhindern

    © Sputnik / Ewgenij Odinokow
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    Der Gesamtwert der indischen Rüstungsaufträge für russische Waffen und Militärtechnik beläuft sich nach Informationen des russischen Dienstes für militärtechnische Kooperation auf 14 Milliarden US-Dollar.

    Die Rüstungstechnik sei einer der wichtigsten Bereiche der russisch-indischen Zusammenarbeit, sagte der Vizechef der Behörde, Wladimir Droschschow, am Dienstag vor Journalisten.

    Der Sanktionsdruck werde die Teilnahme Russlands an den indischen Rüstungsausschreibungen nicht verhindern, betonte Droschschow. Sollte Russland eine solche Ausschreibung gewinnen, werde es unter anderem 110 Kampfflugzeuge an Indien liefern können.

    „Die Sanktionen bringen niemandem etwas Gutes“, betonte Droschschow. „Alle sind sich darüber im Klaren. Deshalb sind wir gezwungen, unter dem Sanktionsdruck nach Umwegen zu suchen. Wir sind den indischen Partnern dafür dankbar, dass sie Bemühungen in dieser Richtung anstellen“.

    Zuvor hatte das russische Flugzeugbauunternehmen MiG bekanntgegeben, dass die Mehrzweckkampfflugzeuge des Typs MiG-35, die an der Ausschreibung der indischen Luftwaffe teilnehmen, Neu-Delhi 20 Prozent billiger kämen, als ähnliche Kampfflugzeuge aus anderen Ländern.

    S-400-Lieferungen können 2020 starten

    Die Lieferungen der Flugabwehrraketensysteme S-400, die im Oktober 2018 vereinbart wurden, können laut dem russischen Beamtem bereits Ende 2020 oder Anfang 2021 beginnen, falls Indien die erste Zahlung bis Ende des Jahres tätigen werde. In diesem Fall könnten die S-400-Lieferungen bis 2025 abgeschlossen werden.

    Die Tatsache, dass Indien trotz deutlichen Widerstands von Seiten der USA russische Flugabwehrsysteme gewählt habe, beweise ihre Einzigartigkeit, hob Droschschow hervor.

    „Wir haben eine ziemlich große Anzahl von Anfragen zur Lieferung dieser Systeme – nicht nur an die Türkei, Indien und China, sondern auch an andere Länder. Ich kann mit Sicherheit bestätigen, dass die Charakteristika der Systeme S-400 die der Analoga aus den USA und anderen Ländern übertreffen“, so Droschschow weiter.

    U-Boote gemeinsam bauen und mit „Brahmos“-Marschflugkörper ausrüsten

    An der Ausschreibung der indischen Marine, die sechs U-Boote erwerben wolle, nehme Russland mit U-Booten des Projekts 636 „Warschawjanka“ und „Amur-1650“ teil, verriet Droschschow. Dabei biete Moskau keinen Lizenzbau an, sondern eine gemeinsame Produktion:

    „Wir haben Indien vorgeschlagen, dieses U-Boot auf Grundlage unseres Projekts „Amur -1650“ zu bauen. Unser Angebot unterscheidet sich vorteilhaft von jenen, die von anderen Partnern vorgelegt werden. Wir bieten keinen Lizenzbau an, wir schlagen vor, das U-Boot gemeinsam zu projektieren und das Fertigungsmuster gemeinsam zu bauen.“

    Darüber hinaus biete die russische Seite an, die Submarinen mit Seezielflugkörpern des Typs BraMos auszurüsten.

    „Aussichtsreiche Projekte“

    Russland sei an langfristigen Projekten interessiert, deshalb unterstütze es das Programm „Make in India“, das Unternehmen dazu animieren soll, ihre Produkte in Indien herzustellen: „Zurzeit arbeiten wir mit indischen Kollegen an möglichen Projekten zur Zusammenarbeit. Vor kurzem hatten wir eine Sitzung der Arbeitsgruppe für Kundenservice“.

    Es gebe aussichtsreiche Projekte zur Schaffung von Joint Ventures, sagte Droschschow. Unternehmen zur Produktion von Hubschraubern Ka-226 beziehungsweise des Sturmgewehrs Kalaschnikow seien geschaffen worden; die russisch-indische Firma BrahMos habe sich bereits gut bewährt.

    Zudem würden die beiden Länder ein Regierungsabkommen über die Produktion der Bestandteile für Militärtechnik in Indien vorbereiten. Das Abkommen solle die Übergabe von Technologien und Ausrüstungen ermöglichen und alle Bereiche der rüstungstechnischen Zusammenarbeit einschließen, nämlich Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer, Flugabwehr und Marinetechnik einschließlich der Flugzeugträger „Vikramaditya“.

    Diese Kooperation sehe eine Übergabe aller Technologien an den indischen Partner vor, betonte Droschschow.

    asch/ae/sna

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    Tags:
    Lieferungen, Lieferung, MiG-35, Raketenabwehrsystem S-400, S-400, S-400, Militärtechnik, Waffen, Zusammenarbeit, Rüstungen, Russland, Indien