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    Hacker (Symbolbild)

    Viele deutsche Firmen gegen Cyberangriffe schlecht gewappnet – Studie

    © Sputnik / Kirill Kallinikow
    Wirtschaft
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    Viele deutsche Firmen sind einer Studie zufolge nur unzureichend auf Cyber-Angriffe vorbereitet. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter rund 1000 Unternehmen gaben 39 Prozent an, in den vergangenen zwei Jahren von Computerkriminalität betroffen gewesen zu sein.

    85 Prozent der betroffenen Unternehmen wüssten demnach nicht, wer hinter den Angriff stecke. Sie seien damit nicht in der Lage, Angriffe effektiv zu verfolgen und aufzuklären. Damit gehe auch die Gefahr einher, dass Delikte unentdeckt blieben.

    Schadenshöhe im Mittel bei bis zu 150.000 Euro

    Die Schadenshöhe liege im Mittel bei bis zu 150.000 Euro, heißt es in der Studie „E-Crime in der deutschen Wirtschaft 2019”. Es gebe aber auch Fälle mit deutlich höheren Schäden. Zu den Delikten gehörten etwa

    • die Manipulation von Konto- und Finanzdaten,
    • Datendiebstahl,
    • die Verletzung von Urheberrechten,
    • die Beschädigung von Systemen
    • oder Erpressung.

    Angriffe auf die Systeme könnten Betriebe über längere Zeit komplett lahmlegen, was die Firmen teuer zu stehen kommen könne.

    Hacker nehmen „Made in Germany” ins Visier

    Begünstigt würden viele Angriffe durch

    • Unachtsamkeit der Mitarbeiter,
    • eine mangelnde Sicherheitskultur
    • und ein mangelndes Risikoverständnis.

    „Der Faktor Mensch ist der top-begünstigende Faktor für E-Crime”, erklärte KPMG-Partner Michael Sauermann vor Journalisten in Düsseldorf. Daneben spiele die Technik eine große Rolle, da diese in immer mehr Bereiche Einzug halte.

    Trotz der zunehmenden Gefahr sei die Bereitschaft der Firmen, in die Bekämpfung von E-Crime zu investieren. „Lediglich knapp ein Viertel der Befragten investiere mehr als 50.000 Euro.” Ihn wundere, dass viele Unternehmen insbesondere im mittelständischen Bereich glaubten, sie seien für Hacker nicht interessant, sagte Sauermann. Dabei stelle der Mittelstand den Großteil der Firmen hierzulande und stehe für „Made in Germany”. Natürlich seien Produkte, Daten und geistiges Eigentum im Ausland interessant. Diese Erkenntnis habe erfreulicherweise in den vergangenen Jahren aber zugenommen.

    In den vergangenen ahren waren auch große Konzerne das Ziel von Hacker-Angriffen, so etwa Thysssenkrupp 2016 und Bayer Anfang 2018.

    ai/rtr

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    Tags:
    Unternehmen, Deutschland, Cyberangriffe