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18:33 22 September 2019
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    Siemens-Betrieb in Russland (Archiv)

    Durchbruch von Siemens auf dem russischen Markt – Experte

    © Sputnik / Alexander Galperin
    Wirtschaft
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    Als einen wesentlichen Durchbruch, der vollen Respekt verdient, bezeichnete Wladislaw Below, Vize-Direktor des Europa-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, den Beschluss von Siemens, die Produktion seiner Hochleistungsgasturbinen zu 100 Prozent in Russland zu lokalisieren.

    Dies resultiere aus der gut 170-jährigen Geschichte der Zusammenarbeit mit „Siemens & Halske“, meinte Below im Sputnik-Gespräch. Es begann mit der Lieferung – noch als Partner des Russischen Kaiserreichs – von 75 Zeigertelegrafen für die im Bau befindliche Eisenbahnlinie Moskau-St. Petersburg im Jahre 1851. „Der Konzern hatte während des Ersten Weltkrieges die Verstaatlichung erfahren, dann kam die Zusammenarbeit mit der UdSSR, nun arbeitet er mit dem neuen Russland zusammen.

    Heute ist Siemens unser Hauptpartner, insbesondere im Bereich Energiemaschinenbau. Auch den Bau eines Werks für Gasturbinen ab 110 MW für den russischen Staatssektor ist ausdrücklich zu begrüßen, da wir in dieser Wirtschaftsbranche keine einheimische Alternative haben. Von daher wünschen wir uns eine Fortsetzung dieser Zusammenarbeit, ungeachtet all der jetzigen Schwierigkeiten,“ so der Experte.

    Die Kooperation des Konzerns mit russischen Partnern leiste sicher einen Beitrag zur Entwicklung des gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok, von dem immer wieder in Russland wie in Europa die Rede sei, betonte Below. „Dieser Raum wird nämlich eben mit solchen Projekten gestaltet. Darüber hinaus steigt dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Standorts auf dem Weltmarkt gegenüber den USA, China und anderen wirtschaftlichen Machtzentren.“

    Ferner verwies Stanislaw Mitrachowitsch, führender Experte der Stiftung für Nationale Energiesicherheit, im Gespräch mit dem Radiosender „Business FM“ darauf, Siemens sei sich dessen bewusst, „dass, wenn es seine Produktion nicht in Russland lokalisiert, früh oder später trotz aller Schwierigkeiten in unserem Land doch eine eigene Turbinenproduktion entstehen wird.

    Eben deshalb hält es Siemens für notwendig, den Weg der Lokalisierung zu gehen, indem es mit russischen Partnern Kompromisslösungen findet. Aber auch Russland hat sich kompromissbereit gezeigt. Im Moment sind diese Vereinbarungen in die Phase der Unterzeichnung konkreter Dokumente getreten.“

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Siemens, Russland