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13:16 18 Juli 2019
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    Ölplattform von Gazprom (Archiv)

    Österreichischer Öl-Riese OMV will bei Gazprom-Megaprojekt in Arktis mitmachen

    © Sputnik / Alexej Danitschew
    Wirtschaft
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    Liudmila Kotlyarova
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    Der österreichische Ölkonzern OMV, der größte in Zentraleuropa, wird möglicherweise Partner von Gazprom Neft bei einem Megaprojekt zur Entwicklung der Achimow-Lagerstätten des Jamburg Gasfeldes in der Arktis. Das russische Unternehmen braucht einen Technologiepartner, um das schwer gewinnbare Öl zu produzieren.

    Dies teilte der Konzernchef Rainer Seele in einem Interview mit der russischen Wirtschaftszeitung RBK mit. Bisher sollen die beiden Partner noch verhandeln. Je früher eine Entscheidung getroffen werde, desto besser, so Seele. Aber das OMV-Team müsse erst auf 3.500 Meter in die Tiefe gehen und im Allgemeinen verstehen, was dort vor sich gehe.

    Gazprom-Logo (Archiv)
    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch

    Zuvor erzählte der erste stellvertretende Direktor des russischen Unternehmens, Wadim Jakowlew, dass die Reserven des Feldes riesig seien und sich auf 1,3 bis 3,5 Milliarden Tonnen Öl belaufen würden. Zum Vergleich: Die durchschnittliche US-Tagesproduktion lag im April bei zwölf Millionen Barrel, in Russland im Juni bei etwa 11,11 Millionen Barrel. Das Feld im Jamburg-Gasfeld im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen könnte fünf bis 20 Millionen Tonnen Öl pro Jahr liefern. Zum Vergleich: Das derzeit größte Fördergebiet von Gazprom Neft – Juschno-Priobsk – liefert 11,4 Millionen Tonnen Öl im Jahr. 

    OMV und Wintershall Dea die engsten Gazprom-Partner

    Da die Achimow-Lagerstätten zu den schwer gewinnbaren Reserven gehören, will Gazprom Neft ausländische Partner heranziehen, die bereits Erfahrung bei der Erschließung der Achimow-Lagerstätten in Russland haben. Die OMV und ein weiterer wichtiger Partner von Gazprom, die deutsche Wintershall Dea, passten zu dieser Beschreibung. Auf Sputnik-Anfrage bestätigte ein Pressesprecher der OMW, dass Gazprom Neft den österreichischen Konzern als guten Partner für das Jamburg-Gasfeld erwäge. 

    OMV und Wintershall Dea arbeiten schon mit Gazprom im Gebiet Juschno-Russkoje im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen zusammen. Beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg im Juni 2019 unterzeichnete die OMV mit Gazprom einen Vertrag über den Kauf von rund 25 Prozent der Erschließung des 4. und 5. Abschnitts der Achimow-Lagerstätten im Urengoi-Gebiet in Sibirien zu einem Preis von 905 Millionen Euro. Die Parteien wollen bis Ende 2019 eine Vereinbarung über den Deal abschließen. Mitte Juni haben die beiden Partner ihre Kooperation im Bereich Wissenschaft und Technologie erweitert.

    Anfang Juni war eine Absichtserklärung über die Umsetzung gemeinsamer kultureller Projekte unterzeichnet worden: Zum einen die musikalisch-visuelle Aufführung „Kaiserliche Hauptstädte: St. Petersburg – Wien. 20. Jahrhundert”, die der russischen und österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmet ist und am 3. Oktober stattfindet. Zum anderen eine Kinderoper in der Wiener Staatsoper – eine Veranstaltung mit starkem sozialem Aspekt zugunsten benachteiligter Kinder, die für den 22. Dezember 2019 geplant ist.

    Die OMV ist zugleich eines der Unternehmen, die unter Beobachtung der USA stehen. Das betrifft das Projekt einer zweiten Rohrleitung in der Ostsee (Nord Stream 2), durch die Gas aus Russland an Polen und der Ukraine vorbei nach Deutschland und weiter nach Österreich geleitet werden soll.

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    Tags:
    Nord Stream, Öl, Gazprom, OMV