00:53 22 November 2019
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    EZB-Zentrale in Frankfurt am MainIWF-Chefin Christine Lagarde

    Lagarde als EZB-Chefin – Droht nun „Negativzins, Bargeldverbot und Enteignung“?

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    „Um den Euro zu retten, mussten wir Verträge brechen“, diesen Satz soll Christine Lagarde 2010 als französische Finanzministerin gesagt haben. Unter anderem deswegen hält der Ökonom Marc Friedrich die Juristin für keine gute Präsidentin der Europäischen Zentralbank.

    Christine Lagarde war von 2007 bis 2011 Wirtschafts- und Finanzministerin in der französischen Regierung unter Nicolas Sarkozy. Von 2011 bis 2019 war sie die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Im Juli 2019 wurde sie, nachdem sie von den Staats- und Regierungschefs der EU vorgeschlagen wurde, vom EU-Rat der Finanzminister für das Amt der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) nominiert.

    Fahrlässiger Umgang mit öffentlichen Geldern

    In ihre Zeit als französische Wirtschaftsministerin fällt auch der sogenannte Adidas-Skandal. Dabei ging es um eine umstrittene Entschädigungszahlung in Höhe von 403 Millionen Euro an den früheren Adidas-Besitzer, Bernard Tapie, die ihm ein privates Schiedsgericht 2008 zugesprochen hatte.

    Bei einem Ermittlungsverfahren, in dessen Folge im März 2013 auch die Behörden eine von Lagardes Wohnungen in Paris durchsuchten, wurde sie im Mai 2013 zwei Tage von einem Gericht vernommen. Im Dezember 2016 wurde Lagarde durch das Gericht des fahrlässigen Umgangs mit öffentlichen Geldern schuldig gesprochen. Der Finanzexperte Marc Friedrich meint dazu in seiner Analyse:

    „Sie wurde verurteilt für den fahrlässigen Umgang mit öffentlichen Geldern – also mit Steuergeldern – und diese Frau soll jetzt, als EZB-Chefin, für unser Geld verantwortlich sein?“

    Sein Fazit aus diesem Umstand: „Wir haben Komiker an der Macht.“

    Beförderung nach Gesetzesbruch

    Indem man Christine Lagarde zur Nachfolgerin von Mario Draghi mache, würde man den Bock zum Gärtner machen. Friedrich verweist auf das Zitat von Lagarde: „Wir mussten die Verträge brechen, um den Euro retten zu können.“ Er bemerkt:

    „Wenn Sie da draußen Verträge oder Gesetze brechen, dann gibt es keine Beförderung als EZB-Präsidentin“.

    Für ihn sei das symptomatisch für die Europäische Union (EU): „One law for them, and another law for us.“ (zu Deutsch: Ein Gesetz für die Reichen und ein anderes für die Armen). Daran würde der Staatenbund scheitern.  

    Was kommt mit EZB-Chefin Lagarde?

    Unter Christine Lagarde hätte der IWF einige Sachen umgesetzt, die auch über ihre zukünftige Zeit bei der EZB Aufschluss geben könnten. Als Beispiele nennt Friedrich den „War on Cash“ (Krieg gegen das Bargeld), Bargeldverbot, Enteignung und Negativzinsen. Friedrich prognostiziert, dass all dies auch unter ihrer „Regentschaft“ bei der EZB implementiert werde:

    „Wir können uns darauf einstellen. Wir werden Steuern auf Bargeld, Negativzinsen und im Endeffekt auch das Bargeldverbot sehen. Wir werden den digitalen Euro erleben. Ein CBDC (Central Bank Digital Currencies), damit man uns auch besser überwachen und enteignen kann. Es droht uns die komplette Überwachung.“

    All dies würde kommen, um damit die Währung Euro zu retten. Die eine oder andere „Enteignungsfantasie“ hätte der IWF schon mal auf Papier gebracht. Nun könne man sich darauf vorbereiten, dass das umgesetzt werde. In seiner achtjährigen Zeit als EZB-Chef habe Mario Draghi nicht ein einziges Mal die Zinsen erhöht. Lagarde werde nun den Euro „zu Grabe tragen.“ Davor werde sie aber noch allerlei Kollateralschäden verursachen, „um uns die Schulden auf die Schultern zu übertragen.“ So solle das ganze System künstlich am Leben erhalten werden.

    Abschließend verweist der Bestsellerautor Marc Friedrich auf die demokratische Legitimierung der zukünftigen EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Sie sei nicht demokratisch gewählt, sondern „zentralistisch, planwirtschaftlich eingesetzt“ worden.

    Die komplette Analyse von Marc Friedrich im Video:

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