11:38 23 Januar 2020
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    Russland hat im Mai sein Portfolio an US-Staatsanleihen auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren reduziert. Die entsprechenden Angaben veröffentlichte das US-Finanzministerium.

    Die russischen Anlagen gingen um fast 760 Millionen Dollar zurück und liegen derzeit bei knapp zwölf Milliarden Dollar. Das ist ein Minimum seit Mai 2007, als dieser Wert 11,8 Milliarden Dollar betrug.

    China hält weiter die größten Reserven der US-Staatsanleihen, nämlich 1,11 Billionen Dollar. Der Volksrepublik folgt Japan mit 1,01 Billionen Dollar. Die beiden Länder trennten sich seit April von einem großen US-Staatsanleihenpaket in Höhe von drei beziehungsweise fünf Milliarden Dollar.

    In der Top Fünf der größten ausländischen Gläubiger der Vereinigten Staaten landeten im Mai außerdem Großbritannien mit 323 Milliarden Dollar, Brasilien (305,7 Milliarden Dollar) und Irland (270 Milliarden Dollar).

    Deutschland hielt im Mai dem US-Schatzamt zufolge US-Staatsanleihen für 77,8 Milliarden Dollar.

    Ausverkauf

    2010 beliefen sich Russlands Anlagen in US-Staatsanleihen, die neben dem US-Dollar als liquidestes und zuverlässigstes Finanzinstrument in der Welt gelten, auf mehr als 176 Milliarden Dollar.

    Wegen des Sanktionsdrucks Washingtons zog Moskau seit 2014 schrittweise seine Anlagen aus den US-Anleihen ab. Im April 2018 begann die Zentralbank mit dem großen Ausverkauf. Nach weiteren Sanktionen verringerte die Zentralbank ihre Anlagen in US-Staatsanleihen gleich um 50 Prozent.

    Russlands Zentralbank zeigt, dass die Finanzierung des Haushalts eines Staates, der eine offen unfreundliche Politik verfolgt, sinnlos ist.

    Der Beschluss wirkt auch aus wirtschaftlicher Sicht logisch. Wegen der Sanktionen gegen russische Unternehmen wurde der russische Finanzmarkt erschüttert. Bei einem negativen Szenario hätte ein Einfrieren von Aktiva gedroht, womit bereits Kasachstan und der Iran konfrontiert waren. Zum Schutz vor Verlusten ergriffen die Finanzbehörden Sofortmaßnahmen, um das Devisen-Portfolio umzugestalten.

    Washingtons Staatsschulden

    Nach Angaben des US-Finanzministeriums liegt die allgemeine Staatsverschuldung des Landes aktuell bei mehr als 22 Billionen Dollar. Das US-Finanzsystem schlitterte laut der Washingtoner Denkfabrik Bipartisan Policy Center endgültig in die Sackgasse. Experten warnten vor einer „Schuldenbombe“.

    mo/ae/sna

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    Russland, USA