04:07 12 Dezember 2019
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    Gasversorgung in der Ukraine (Archiv)Bau der 2750 Kilometer langen Erdgasfernleitung Sojus (Orenburg - Westgrenze der UdSSR). Ukraine, Gebiet Charkow, 31.08.1976 (Archiv)

    Experten warnen vor Kollaps der Ukraine ohne russischen Gastransit

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    Die Ukraine wird mit einer technogenen Katastrophe konfrontiert, falls Russland den Gastransit durch das Territorium der Ukraine einstellt. Das erklärte der ukrainische Ex-Wirtschaftsminister Viktor Suslow am Mittwoch im TV-Kanal NewsOne.

    Von einer solchen Gefahr hatte bereits früher der Chef des nationalen Energieversorgers Naftogaz, Andrej Kobolew, gesprochen. „Die Ukraine wird buchstäblich erfrieren, wenn zum bevorstehenden Winter 20 Milliarden Kubikmeter Gas nicht gespeichert werden“, warnte er.

    Suslow zufolge wird die Ukraine nicht in der Lage sein, den erforderlichen Druck in der Pipeline zu gewährleisten, falls der Transit ausfällt. „Damit das System normal funktioniert, müssten mindestens 45 Milliarden Kubikmeter Gas durch die Röhren geleitet werden“, sagte er.

    Gaspipeline in der Ukraine (Archiv)
    © Sputnik / Alexandr Mazurkewitsch

    „Bei zehn Milliarden bleibt das System lahm, weil die Röhre einen großen Durchmesser haben. Das bedeutet, dass ganze Regionen in der Ukraine ohne Gas bleiben. Wir werden uns gezwungen sehen, Betriebe und Städte von der Gasversorgung abzuschneiden, um den erforderlichen Druck im System zu sichern“, sagte Suslow.

    Zuvor hatte Russland versichert, dass der Gastransit via Ukraine in gewissen Mengen erhalten bleibt. In diesem Zusammenhang rief Suslow die ukrainischen Behörden auf, bei den Verhandlungen mit Moskau Verantwortung an den Tag zu legen und keine barschen Erklärungen zuzulassen.

    Die gültigen Verträge über die Gasversorgung der Ukraine und über den Gastransit durch ihr Territorium erlöschen Ende dieses Jahres.

    Seit November 2015 bezieht die Ukraine kein Gas mehr in Russland. Das Land wird hauptsächlich von der Slowakei, Ungarn und Polen mit dem sogenannten Revers-Gas versorgt, das deutlich teurer ist als bei Direktlieferungen aus Russland.

    Gazprom-Vorstandschef Alexej Miller hatte im Juni die Bereitschaft bekräftigt, Gas für die Ukraine deutlich billiger als Revers-Gas zu verkaufen, wodurch die Endverbraucher etwa um 25 Prozent weniger werden zahlen müssen. Aber Naftogaz-Topmanager Juri Witrenko bezeichnete das Angebot als „seltsam“, den russisches Gas sei sowieso um 100 Prozent teurer. Um wieviel Prozent das Revers-Gas teurer ist, sagte Witrenko nicht.

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