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18:27 19 August 2019
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    Sicherheitsmarkierungen auf der neuen 100-Yuan-Banknote an einer Bankfensterscheibe

    Bloomberg: China konnte globaler Bankenkrise ausweichen

    © AP Photo / Andy Wong
    Wirtschaft
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    China konnte sich die globale Bankenkrise ersparen, die aus der Überzeugung des Marktes resultierte, dass der Staat eine beliebige Finanzeinrichtung retten wird. Das berichtet die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf die chinesische Regulierungsbehörde.

    Diese hatte sich zuvor geweigert, alle 100 Prozent der Verbindlichkeiten der großen Baoshang Bank Co. zu decken.

    Analysten weisen darauf hin, dass die Behörden auf diese Weise im Grunde genommen einen Präzedenzfall geschaffen und so zu verstehen gegeben haben, dass sie alle Geldhäuser in zwei Gruppen einteilen. Zur einen gehören Banken, denen Hilfe zuteil wird. In der anderen Gruppe sind Banken, denen jegliche Hilfe verweigert wird.

    Bloomberg zufolge wird diese Entscheidung es gestatten, das Bankensystem mit Aktiva von rund 40 Billionen US-Dollar zu stabilisieren. Darüber hinaus wird der Markt dazu gezwungen, zwischen starken und schwachen Gläubigern zu unterscheiden. „Langfristige Folgen werden überaus positiv sein“, schlussfolgert Jason Bedford von der UBS Group AG.

    Die Volksbank von China und die Kommission zur Regulierung der Bankenaktivitäten und der Versicherung Chinas hatten im Mai 2019 bekanntgegeben, dass die Baoshang Bank Co. mit Aktiva von 83 Milliarden US-Dollar saniert wird. Diese erste direkte Übernahme eines kommerziellen Gläubigers durch die Regierung seit rund 20 Jahren löste Besorgnis aus, dass auch andere Banken betroffen werden könnten. Zuletzt hatte die Regierung in Peking ein Geldhaus im Jahr 1998 geschluckt - die Hainan Development Bank.

    Die Behörden im Reich der Mitte behaupten, dass es keine Verstaatlichungen mehr geben wird. Mitte Juli wurde bekannt, dass sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft auf ein Minimum der letzten 27 Jahre verlangsamt hat. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,3 Prozent auf umgerechnet 6,56 Billionen US-Dollar zu. Die gesamten Verbindlichkeiten des Landes erhöhten sich auf 303 Prozent des BIP auf rund 40 Billionen US-Dollar. Das sind rund 15 Prozent der globalen Schulden.

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