07:00 06 Dezember 2019
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    US-Präsident Donald Trump beim Besuch der US-Militärbasis Osan in Südkorea (Archivbild)

    USA versinken immer tiefer in Schulden – Militärausgaben zuerst

    © Foto : U.S. Air Force / 1st Lt. Daniel de La Fé
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    US-Präsident Donald Trump und die US-Demokraten haben sich darauf geeinigt, die staatlich festgesetzte Schuldengrenze zum 111. Mal in der US-Geschichte anzuheben. Seit langem schon ist die US-Staatsverschuldung mit über 22 Billionen US-Dollar ohnehin die größte in der Welt.

    Offiziell liegt die sichtbare US-Staatsverschuldung laut Angaben des US-Finanzministeriums längst bei 22.020 Milliarden US-Dollar und damit bei 106 Prozent des BIP. 2008 waren es noch 74 Prozent. Ungefähr 34 Prozent der ausländischen Gläubiger entfallen dabei heute auf China mit etwa 1.130 und Japan mit 1.036 Milliarden Dollar, die dementsprechend die wichtigsten Geldgeber für die USA sind.

    Nun könnte die 1917 eingeführte Obergrenze zur Beschaffung von Fremdkapital ein weiteres Mal in Richtung Himmel verschoben werden, nachdem US-Präsident Trump eine Einigung mit den Demokraten verkündet hat, die US-Schuldengrenze bis zum 31. Juli 2021 auszusetzen. Damit werden automatische Einschnitte in mehr als 126 Mrd. US-Dollar im Fall zu hoher Staatsausgaben in den nächsten Jahren verhindert.

    Die Republikaner unter Trump freuen sich über die Erhöhung der Militärausgaben, um die Ausfälle seiner großen Steuerreform auszugleichen. Im Jahr 2020 dürfen dem am 22. Juli vereinbarten Budget nach nunmehr 1.370 Milliarden US-Dollar und damit 500 Milliarden zusätzlich ausgegeben werden. Die Demokraten dagegen erfreuen sich ihrerseits an höheren staatlichen Konsumausgaben und mehr Mittel für die Volkszählung. Die Erhöhung des Budgetdefizits von 747 Milliarden US-Dollar mit +23 Prozent gegenüber dem Vorjahr geht weiter.

    Jedoch liegt Trumps Vorgänger Barack Obama bisher als größter Schuldenmacher der US-Geschichte mit 9.553 Milliarden US-Dollar an neuen Schulden zwischen 2009 und 2017 weit vorne. Trump hat in den letzten beiden Jahren bisher „nur“ 2.530 Milliarden weitere Schulden für sein Land gebracht.

    Deutschlands Verschuldung relativ niedrig

    Jedoch bleibt Japan der am höchsten verschuldete Staat der Welt beim Verhältnis der Schulden zum BIP: Ende 2018 waren es 237,12 Prozent des japanischen BIP und etwa knapp über 10.000 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtbetrag der deutschen Staatsverschuldung lag Ende 2018 laut dem statistischem Bundesamt knapp über 1.900 Milliarden Euro, seit März 2019 um 53 Milliarden weniger als zuvor. Jedoch hat die gesamte Staatsverschuldung seit den 1990er Jahren um rund 350 Prozent zugenommen. Die Auslandsverschuldung Deutschlands betrug dabei Ende 2016 60 Prozent der gesamten Staatsverschuldung, also etwa 1.140 Milliarden US-Dollar; als die wichtigsten Geldgeber gelten Luxemburg, die Niederlande und Großbritannien.

    Die russische Staatsverschuldung beträgt derzeit nur 19,3 Prozent des BIP, also etwa 85 Milliarden US-Dollar. Der Anteil der ausländischen Gläubiger sank dabei seit 1998 von 151 Milliarden Dollar auf rund 49 Milliarden US-Dollar.

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    Tags:
    Schulden, Donald Trump, USA