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08:33 14 Oktober 2019
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    Nordkoreas Landwirtschaft (Archiv)

    Nordkorea droht Hungersnot: Wirtschaft ins Trudeln geraten

    © AFP 2019 / KIM WON JIN
    Wirtschaft
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    Vor dem Hintergrund der Sanktionen und aufeinanderfolgender Trockenperioden ist die nordkoreanische Wirtschaft seit Jahrzehnten am stärksten geschrumpft. Das meldet am Freitag die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf das Welternährungsprogramm der Uno sowie auf die südkoreanische Zentralbank.

    2018 ging Nordkoreas Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent zurück, so die Bank von Korea mit Sitz in Seoul. Sie zählt laut Bloomberg zu den zuverlässigsten Quellen, denn Pjöngjang veröffentlicht keine offiziellen Angaben.

    US-Präsident Donald Trump
    © REUTERS / Pool / Jacquelyn Martin
    Die Rezession dauert bereits seit zwei Jahren an. Die BIP-Werte sind dabei die schlechtesten seit 1997, als eine Reihe von Dürren, Überschwemmungen und eine verfehlte Wirtschaftspolitik zur Hungersnot führte.

    Der nordkoreanische Landwirtschaftssektor

    Wegen der vom UN-Sicherheitsrat im Dezember 2017 eingeführten Sanktionen mangelt es in Nordkorea an bestimmten Elementen, die für die Agrarproduktion notwendig sind und deren Import unterbunden wurde, so das Welternährungsprogramm in einem Mai-Bericht. Das sind vor allem Kraftstoff, Maschinen und Ersatzteile für Ausrüstungen.

    In den Provinzen, auf die die Hälfte des im Land angebauten Reises entfällt, schrumpften die Produktionswerte 2018 um 17 Prozent. Nach der UN-Einschätzung gilt die Ernährungslage von mehr als zehn Millionen Nordkoreanern (40 Prozent der Bevölkerung) als unsicher. 

    Darüber hinaus führten die Sanktionen auf die Ausfuhr von Eisenerz, Mineral- und anderen Rohstoffen zu einer 17,8-prozentigen Rezession im Bergbau – der größten seit dem Beginn der Einschätzungen im Jahr 1990.

    Lieferungen russischer Agrarprodukte an Nordkorea

    Das Volumen der Weizenexporte aus der russischen Region Primorje nach Nordkorea hatte sich in der ersten Jahreshälfte um das 28-fache erhöht, gab die lokale Abteilung des russischen Aufsichtsdienstes für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) bekannt. Seit Anfang 2019 lieferte die Region 8400 Tonnen Weizen. Diese Kennzahl lag in der ersten Hälfte des Vorjahres bei 300 Tonnen.

    Neben Weizen lieferte Primorje in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 3300 Tonnen Weizenmehl an Pjöngjang.

    Im Februar erklärte der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow, Russland erwäge die Option, Nordkorea 50.000 Tonnen Weizen zu spenden. Moskau wolle Pjöngjang auch helfen, die Kinder- und Müttersterblichkeit zu besiegen.

    mo/gs

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    Nordkorea