15:38 22 November 2019
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    Erdölraffinerie Im Iran (Archiv)

    Trotz Sanktionen: Iran liefert viel mehr Öl nach China und in andere Länder – New York Times

    © REUTERS / Raheb Homavandi
    Wirtschaft
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    Der Iran liefert trotz US-Sanktionen offenbar eine weitaus höhere Menge an Erdöl nach China und in andere Länder, als bisher bekannt war, berichtet die New York Times am Samstag unter Berufung auf Navigationsdienste und Satellitenbilder.

    Die Vereinigten Staaten sind am 2. Mai 2019 aus dem vereinbarten Atomabkommen mit dem Iran einseitig ausgestiegen und haben Wirtschaftssanktionen gegen die Islamische Republik wieder in Kraft gesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die USA für China, Indien, Italien, Griechenland, Japan, Südkorea, Taiwan und die Türkei Ausnahmen erteilt, die diesen Ländern erlaubten, eine bestimmte Menge iranischen Erdöls zu importieren.

    Nach dem Wiederinkrafttreten der Handelsbeschränkungen Anfang Mai haben die US-Behörden die Frist für diese Ausnahmen allerdings nicht verlängert. Damit hatte Washington geplant, die iranischen Erdölexporte komplett zu unterbinden.

    Anhaltende Erdölimporte durch den Iran

    Nun berichtet die New York Times, dass sie seit Maibeginn die Routen von mehr als 70 iranischen Öltankern durch Satellitenaufnahmen und Navigationsunternehmen nachverfolgt hätte. Es stellte sich heraus, dass zwölf dieser Tanker Erdöllieferungen nach Asien und in den östlichen Mittelmeerraum umgesetzt hätten. Sechs Schiffe davon seien nach China gegangen, die anderen sechs über den Suezkanal, vermutlich nach Syrien oder in die Türkei.

    Zuvor ist man der Zeitung zufolge allerdings nur von einigen wenigen Transporten nach China ausgegangen.

    Importeure riskieren US-Sanktionen

    Aus diesem Grund haben die USA vor etwa zwei Wochen Sanktionen gegen das chinesische Unternehmen Zhuhai Zhenrong und dessen Leiter verhängt.

    Aber auch andere Importländer riskieren laut New York Times US-Strafen wegen Erdölimporten aus dem Iran, da die US-Behörden bereits früher wiederholt ihre Absicht bekundet hatten, den Ölexport aus der Islamischen Republik komplett zu unterbinden und Sanktionen gegen jene zu verhängen, die das Embargo verletzen würden.

    Gleichzeitig verweist die Zeitung darauf, dass der Import von iranischem Erdöl sowie von Erdölprodukten aus der Sicht von anderen Ländern nicht illegal sei, da es sich bei den Handelsbeschränkungen gegen Teheran um einseitige Sanktionen Washingtons handle.

    Indes zeigen die anhaltenden iranischen Öllieferungen, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump mit Schwierigkeiten konfrontiert wird, Irans Ausfuhren komplett zu unterbinden.

    „Drohen Sie nicht, wenn Sie diese Drohungen nicht wahrmachen können“, zitiert die New York Times den ehemaligen Beamten des Weißen Hauses und des Außenministeriums, Richard Nephew.

    awm/ae

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    Tags:
    Atomdeal, China, Transporte, New York Times, Erdöl, Sanktionen, USA, Iran