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    Deutsche Exporte brechen im Juni ein – Fast Stagnation im ersten Halbjahr

    © AP Photo / Michael Probst
    Wirtschaft
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    Die deutschen Exporte haben im Juni erneut an Schwung verloren. Im Vergleich zum Juni 2018 brachen die Ausfuhren sogar um acht Prozent ein und damit so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

    Die deutschen Exporte haben im Juni erneut an Schwung verloren. Sie sanken um 0,1 Prozent zum Vormonat. Ökonomen hatten genau mit diesem Rückgang gerechnet, nach einem Plus von 1,3 Prozent im Mai. Die Importe stiegen im Juni um 0,5 Prozent. Der exportabhängigen deutschen Wirtschaft machen die Zollkonflikte, die Abkühlung der Weltkonjunktur und Risiken wie der Brexit zu schaffen.

    Im Vergleich zum Juni 2018 brachen die Ausfuhren sogar um acht Prozent ein und damit so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Grund hierfür sei allerdings auch ein Statistikeffekt, hieß es beim Amt.

    Nach dem ersten Halbjahr steht damit ein mageres Wachstum von 0,5 Prozent zu Buche. Der Branchenverband BGA hatte jüngst seine Prognose etwa halbiert und rechnet für 2019 nur noch mit einem Exportplus von 1,5 Prozent.

    Viele Forschungsinstitute haben jüngst ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum 2019 gesenkt. Die Bundesregierung erwartet nur noch ein Plus von 0,5 Prozent.

    DIHK befürchtet 2019 weitgehende Stagnation

    Nach dem Rückschlag für die Exporte im Juni erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für 2019 kaum noch Wachstum bei den deutschen Ausfuhren.

    „Für das Gesamtjahr zerbröseln die Hoffnungen auf ein zumindest mageres Exportplus”, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier am Freitag.

    Bisher hatte die Kammerorganisation ein Export-Wachstum von 1,2 Prozent erwartet. „Wenn wir mit einer schwachen Null - und somit mit dem schlechtesten Ergebnis seit der Finanzkrise - aus dem Jahr gehen würden, wäre das angesichts der konflikt- und krisenbeladenen Weltwirtschaft schon ein Erfolg”, so Treier.

    Die Exporte sanken im Juni um 0,1 Prozent zum Vormonat. Sie brachen im Vergleich zum Juni 2018 sogar um acht Prozent ein und damit so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr. „Der deutliche Rückgang der Exporte ist ein Schlag ins Kontor für deutsche Unternehmen”, betonte Treier.

    „Der zunehmende Protektionismus und eine merklich schwächelnde Weltkonjunktur belasten die exportstarke deutsche Wirtschaft direkt”, so Treier weiter.

    Der US-Handelskonflikt mit China sowie das zähe Ringen um den Brexit verunsicherten weltweit Investoren - und trübten die Aussichten gerade für die vielen deutschen Investitionsgüterproduzenten ein. „Konjunkturell ist damit für die Exportindustrie in der zweiten Jahreshälfte kein Staat mehr zu machen”, warnte Treier.

    ai/rtr

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    Tags:
    Ausfuhren, Exporte, Handelsstagnation, Deutschland, Wirtschaft