19:11 08 Dezember 2019
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    Goldproduktion in Russland (Archivbild)

    100 Milliarden Dollar: Russland stürmt Sowjet-Rekord bei Goldschöpfung

    © Sputnik / Igor Agejenko
    Wirtschaft
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    Wenn selbst schon die Federal Reserve in den USA immer wieder eine Dollarentwertung prognostiziert, dann liegt die Rückbesinnung auf den Goldstandard nah. Immer häufiger verweisen Volkswirte vieler Länder auf dieses Währungssystem, dem das Edelmetall als Bezugsgröße zugrunde liegt. Russland hat immer mehr davon.

    Klar, selbst in einer Dollarkrise wäre die Rückkehr zum reinen Goldstandard von früher eher unwahrscheinlich, schreibt das Portal „Swesda“. Aber die Sorgen um dollarbezogene Wechselkurse flauen nicht ab, gerade wenn das US-Geld sich auch in Zukunft als Leitwährung behauptet. Dass das Gold in einer Krise zu einer festen Basis für Währungsverhältnisse würde, ist erkennbar. Die Goldschöpfung wird daher zunehmend zu einem strategischen Manöver. Nahezu alle Zentralbanken halten das Edelmetall als Liquiditätsgarantie vor.

    Vor rund 20 Jahren kostete Gold fast 280 Dollar je Unze. Heute ist es das Fünffache: 1431 US-Dollar. 2018 stieg die Jahresnachfrage nach Goldbarren und -münzen um 74 Prozent, in der ersten Jahreshälfte 2019 hat sich dieser Trend nach Angaben des World Gold Council fortgesetzt. Die meisten Notenbanken gehen von einer weiteren Zunahme der weltweiten Goldwährungsreserven aus.

    Im Ergebnis vom vergangenen Jahr haben die Zentralbanken die größte Goldmenge seit 1971 erworben: insgesamt 651 Tonnen. Mehr als ein Drittel dieser Menge kaufte allein die russische Notenbank – 274 Tonnen, um genau zu sein. Und dies bei einem Goldpreis von derzeit etwas weniger als 40 Millionen Dollar pro 1000 Kilogramm.

    Weitere starke Goldkäufer sind China, Ungarn, Polen, Ägypten, Kasachstan und Indien. Die USA bleiben beim Gesamtumfang an Goldreserven führend. Nach Angaben des World Gold Council verfügte die Fed im Juli dieses Jahres über 8133,5 Tonnen des Edelmetalls.

    Den Vereinigten Staaten folgt Deutschland mit rund 3368 Tonnen. Aufbewahrt wurde der Großteil des deutschen Goldschatzes früher in New York, London und Paris. Seit 2013 aber führt Deutschland seine Goldbestände sukzessive aus dem Ausland in die heimischen Tresore zurück.

    Zwei weitere Champions im Goldbunkern sind Italien (rund 2452 Tonnen) und Frankreich (2436 Tonnen). Russland schließt die Top-5 ab: Am 1. Juli 2019 betrugen die Goldreserven des Landes 2207 Tonnen und waren über 100 Milliarden Dollar wert. Damit bestehen die Währungsreserven der russischen Notenbank zu 19 Prozent aus Gold.

    Nur die Sowjetunion hatte einmal mehr Gold in ihrem Bestand, nämlich 2800 Tonnen im Jahr 1941 – ein Wert, dem sich das heutige Goldvermögen Russlands zielstrebig nähert. Und damit liegt Russland im Trend: Weltweit nimmt die Goldschöpfung zu. 2018 wurden global 3300 Tonnen gefördert.

    In Russland selbst stieg die Goldförderung in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt um fünf bis sieben Prozent pro Jahr. Das meiste Gold, circa 80 Prozent, ist in Russland in Erzlagerstätten zu finden. Die restlichen 20 Prozent kommen in sogenannten Seifen vor, also als Goldkörnchen im Sedimentgestein. Insgesamt verfügt Russland heute über fünf große Lagerstätten mit jeweils über 300 Tonnen Gold.

    Russlands unerkundete Goldressourcen werden auf über 25.000 Tonnen geschätzt. Das ist der zweitgrößte Wert nach den 60.000 Tonnen in Südafrika. Allerdings ist die Goldförderung in dem afrikanischen Land arbeitsaufwendiger und kostenintensiver.

    Die geringeren Förderkosten sind ein klarer Wettbewerbsvorteil der russischen Goldförderfirmen. Dabei ist in Russland laut Prognosen noch für die nächsten 40 bis 50 Jahre Förderpotenzial vorhanden – bei einem Goldanteil von knapp über zwei Gramm pro Tonne geförderten Erzgesteins, wie der russische Verband der Goldförderer erklärt. Im Weltdurchschnitt sind 1,67 Gramm üblich.

    Das Edelmetall trägt insgesamt 17 Prozent zum nationalen Wohlstand der Russischen Föderation bei. Die russische Zentralbank erhöht ihre Goldbestände kontinuierlich. Das Edelmetall ist und bleibt ein Vermögensposten, der nicht nur vor wirtschaftlichen Risiken am zuverlässigsten schützt.

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    Sowjetunion, Rekord, Russland, Goldvorräte, Gold