18:35 11 August 2020
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    Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft trüben sich immer weiter, bereits jetzt gibt es signifikante Anzeichen, dass der deutschen Wirtschaft zunehmend die Puste ausgeht. Ökonomen haben nun verschiedene Faktoren für diese äußerst negative Entwicklungen genannt.

    Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, haben internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur die exportorientierte deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal ausgebremst.

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Zum Jahresanfang war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen.

    Vor allem der Außenhandel bremse die Entwicklung. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen sanken im Vergleich zum Vorquartal stärker als die Importe. Die privaten Konsumausgaben stiegen dagegen, die Unternehmen investierten mehr. Die Bauinvestitionen waren allerdings nach einem kräftigen Anstieg zum Jahresbeginn wegen des vergleichsweise milden Winters rückläufig.

    Insgesamt würden vor allem die Abkühlung der Weltwirtschaft, die Unsicherheiten wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China sowie die Unwägbarkeiten des Brexits die deutsche Industrie belasten. Auch der Strukturwandel in der Autoindustrie durch die Elektromobilität sei eine Herausforderung.

    Deutsche in Konsumlaune

    Zugleich profitiere Deutschland von der Kauffreude der Verbraucher. Angesichts niedriger Arbeitslosigkeit seien die Menschen in Konsumlaune. Zudem lohne sich derzeit das Sparen wegen der Zinsflaute kaum.

    Zugleich wird gewarnt, dass die Kauflaune auch schnell wieder kippen kann. So seien die Verbraucher nach Angaben der GfK-Konsumforscher beim Geldausgeben zuletzt vorsichtiger geworden. Meldungen über Personalabbau und die Einführung von Kurzarbeit ließen die Angst vor einem Jobverlust wachsen, sagte GfK-Konsumklimaexperte Rolf Bürkl jüngst.

    Aussichten trüb

    Die für das dritte Quartal erhoffte Konjunkturerholung steht nach zuletzt eher schwachen Daten Ökonomen zufolge zunehmend in Frage.

    „Deutschlands Konjunktur steht auf der Kippe“, sagte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung.

    Die Chancen für eine raschen Erholung der Wirtschaft und insbesondere der Industrie im zweiten Halbjahr seien deutlich gesunken.

    Dennoch sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel aktuell keine Notwendigkeit für Konjunkturpakete. Zwar gehe die Wirtschaft in eine „schwierigere Phase“, hatte die CDU-Politikerin am Dienstag bei einem Leserforum der „Ostsee-Zeitung“ gesagt. Merkel warnte aber davor, die wirtschaftliche Lage schlecht zu reden.

    „Wir werden situationsgerecht agieren“, so Merkel.

    ng/mt/dpa

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