10:46 19 November 2019
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    Aktivisten haben am 13. August 2019 den Zug mit VW-Autos gestoppt - Aktion für klima-freundliche Autos, Deutschland

    Abgasbetrug: Südkorea stoppt „kriminelle Machenschaften“ von VW und Porsche

    © AFP 2019 / Bodo Marks / dpa
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    Südkorea verhängt laut Medien eine Strafe von umgerechnet knapp neun Millionen Euro gegen die deutschen Auto-Konzerne „Volkswagen“ (VW) und „Porsche“. Die südkoreanische Regierung gehe nun verstärkt gegen den Diesel-Skandal vor, heißt es. Betroffene Modelle: Der „Cayenne“, der Audi A6 und der „Touareg“.

    Der Automobil-Riese „Volkswagen AG“ (mit Sitz in Wolfsburg), zu dem auch die Marken „Audi“ (Ingolstadt) und der Edel-Autohersteller „Porsche“ (Stuttgart) gehören, muss dem südkoreanischen Umweltministerium in Seoul bald circa neun Millionen Euro an Strafe zahlen.

    Umgerechnet sind das etwa 11,5 Milliarden der südkoreanischen Währung Won. Das gab ein Sprecher des Ministeriums in der Hauptstadt Südkoreas am Dienstag bekannt. „Wir werden weiter konsequent auf Abgasmanipulationen reagieren“, wurde er zitiert. Außerdem werde die südkoreanische Regierung insgesamt acht Modellen der VW-Familie die Zulassung entziehen, meldete die internationale Nachrichtenagentur „AFP“.

    Darunter der Porsche „Cayenne“, der Audi A6, der Quattro und der VW „Touareg“. Die genannten Autos hätten zehn Mal mehr Stickoxid ausgestoßen als normal, hieß es in der Begründung der Südkoreaner.

    Deutscher Diesel-Skandal holt Asien ein

    Der Abgasbetrug habe Asien eingeholt, berichtete am Dienstagvormittag die „Tagesschau“. In Südkorea „wurden Tausende Wagen mit Betrugssoftware verkauft. Acht Modellen wird die Zulassung entzogen.“

    Das Ministerium in Seoul „wirft VW und Porsche vor, in Südkorea von Mai 2015 bis Januar 2018 mehr als 10.000 Wagen verkauft zu haben, die mit Betrugssoftware ausgerüstet waren, um niedrigere Schadstoffemissionen vorzutäuschen.“ Die südkoreanischen Behörden seien seit Bekanntwerden des Dieselskandals im Herbst 2015 bereits mehrfach gegen den VW-Konzern vorgegangen.

    Südkorea: „Machenschaften deutscher Autobauer stoppen“

    Südkoreas Regierung habe angekündigt, Bußgelder zu verhängen und Strafanzeigen gegen Audi Volkswagen Korea und Porsche Korea zu erheben, meldete „The Korea Herald“ am Dienstag. „Weil sie ‚illegale Geräte‘ installiert haben, die mehreren Dieselfahrzeugen dabei geholfen haben, Schadstoffnormen zu umgehen.“

    Das Umweltministerium in Seoul plane laut der südkoreanischen Zeitung, „Importzertifizierungen dieser Modelle zu annullieren, Korrekturmaßnahmen zu veranlassen und Strafen zu verhängen, die für Audi Volkswagen auf 7,9 Milliarden Won (umgerechnet etwa 6,5 Millionen US-Dollar) und für Porsche auf vier Milliarden Won geschätzt werden. Das Ministerium sagte, es werde auch Beschwerden bei der nationalen Staatsanwaltschaft einreichen, um die Unternehmen zu untersuchen.“ Die dortige Untersuchung gegen die deutschen Auto-Konzerne laufe bereits seit Juni.

    „Millionen-Strafe kommt zur Unzeit“ – Medien

    Erst Mitte August erhob die Münchner Staatsanwaltschaft Anklagen gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler gemeinsam mit weiteren Audi-Managern. Der Vorwurf: Abgasbetrug an Dieselfahrzeugen und dazugehörige Vertuschung. Den Beschuldigten wird laut dem „Handelsblatt“ zur Last gelegt, Motoren für Fahrzeuge der Marken Audi, VW und Porsche entwickelt zu haben, deren Steuerung mit einer unzulässigen Softwarefunktion ausgestattet gewesen sei.

    Ex-Audi-Boss Stadler werde vorgeworfen, „spätestens ab Ende September 2015 von den Manipulationen Kenntnis gehabt und gleichwohl weiter den Absatz von betroffenen Fahrzeugen der Marken Audi und VW veranlasst beziehungsweise den Absatz nicht verhindert zu haben“. Dies würde dann genau in den Zeitraum der Verkaufswelle frisierter deutscher Diesel-Autos in Südkorea fallen.

    Die Millionen-Strafe komme für den VW-Konzern vor dem Hintergrund der Stadler-Anklage „zur Unzeit“, wie das internationale Medium „Al Jazeera“ in einem aktuellen Kommentar bilanziert. Die Anklage basiere auf „mehr als 434.000 Fahrzeugen von Volkswagen, Audi und Porsche, die mit Abschalteinrichtungen ausgestattet sind, um die Emissionsprüfungen der Aufsichtsbehörden zu täuschen.“

    Die Volkswagen-Gruppe ist nach Produktionsmaßstäben der größte Autohersteller der Welt und hält allein am Automobil-Markt in Asien einen Anteil von über zwölf Prozent. In Südkorea besitzt der deutsche Auto-Konzern einen Marktanteil von etwa zwei Prozent. 2018 erzielte VW einen weltweiten Umsatz von etwa 231 Milliarden Euro, wie die Wirtschaftsprüfer von „Ernst & Young“ mitteilen.

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    Tags:
    Dieselskandal, Produktion, Volkswagen AG, Porsche, Südkorea, Deutschland