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    G7-Gipfel in Biarritz (v.l.n.r.): Boris Johnson, Angela Merkel und Emmanuel Macron

    Neben Merkel und Macron: Auch Johnson will Trump bei G7 im Handelsstreit bremsen

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    Wirtschaft
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    Neben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel will auch der britische Premierminister Boris Johnson US-Präsident Donald Trump zur Deeskalation im Handelskonflikt mit China und der EU bewegen. Sein wichtigster Punkt bei dem G7-Gipfel ist die Lage des internationalen Handels, erklärte Johnson am Samstag in der französischen Stadt Biarritz.

    „Ich bin sehr besorgt über die Entwicklung, die Zunahme des Protektionismus, der Zölle”, sagte Johnson.

    Zuvor hatte Trump erklärt, er erwarte, dass der G7-Gipfel am Wochenende „viel erreichen” werde. Vor seinem Abflug aus den USA hatte er allerdings angeordnet, ab 1. Oktober Waren Chinas im Wert von 250 Milliarden Dollar mit 30 Prozent Zoll zu belegen. Bislang sind es 25 Prozent. Die Zuspitzung im Handelsstreit ist eines der zentralen Themen des G7-Gipfels.

    „Dies ist ein weiterer G7-Gipfel, der ein schwieriger Test der Einheit und Solidarität der freien Welt und ihrer Anführern sein wird. (...) Es ist vielleicht der letzte Moment, um unsere politische Einheit wieder aufzubauen”, äußerte sich EU-Ratspräsident Donald Tusk in Biarritz.

    Debatten über Klimaschutz und den Abbau von Ungleichheiten

    Bis Montag beraten in Biarritz die Regierungschefs aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA. Macron hat auch zahlreiche Nicht-G7-Staaten zu Debatten etwa über Klimaschutz und den Abbau von Ungleichheiten in der Welt eingeladen. Dazu zählt etwa der indische Ministerpräsident Narendra Modi, so dass auch der Kaschmir-Konflikt mit Pakistan Thema werden dürfte. Am Samstagabend wollen die G7-Chefs zunächst über außenpolitische Krisenherde beraten, am Sonntag dann über die Weltwirtschaft.

    Ein großes Thema werde aber auch der Kampf gegen die Feuer im Amazonas-Gebiet sein, kündigte Macron an. Merkel erklärte, man werde sich mit der Frage beschäftigen, wie man dort helfen könne: Auch werde es einen klaren Aufruf geben, alles zu tun, damit der Regenwald nicht weiter brenne.

    „Macron hat Recht: Unser Haus brennt”

    „Macron hat Recht: Unser Haus brennt – und da können wir nicht schweigen”, sagte die Kanzlerin. Mehrere EU-Staaten hatten Brasilien mit Handelssanktionen gedroht, weil dessen Präsident Jair Bolsonaro vorgeworfen wird, zu Brandrodungen im Regenwald aufgefordert zu haben. Dies wird in der Bundesregierung aber nicht als zielführend angesehen.

    Der brasilianische Verteidigungsminister Fernando Azevedo sagte am Samstag, die USA böten Brasilien bisher keine konkrete Unterstützung beim Kampf gegen die Flammen. Es habe nach dem Anruf Trumps bei Bolsonaro keine weiteren Kontakte der beiden Regierungen gegeben.

    Am Nachmittag hatte sich Trump zunächst mit Macron getroffen und dann von „sehr guten Beziehungen” gesprochen. Merkel und Macron trafen sich ebenfalls, um das Vorgehen auf dem G7-Treffen abzusprechen. Danach sprachen die europäischen Vertreter ihre Positionen ab - mit dem britischen Premierminister, der das erste Mal an einem G7-Gipfel teilnimmt. Zuvor hatte es in Europa Sorgen gegeben, Johnson könnte Positionen von Trump teilen.

    ai/rtr

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    Tags:
    Handelsstreit, G7, Emmanuel Macron, Boris Johnson, Angela Merkel, Donald Trump