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11:29 19 Oktober 2019
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    Umweltverschmutzung (Symbolbild)

    Estland erwägt Bau von Atomkraftwerk – mit EU-Geld

    Nikolay Grigoriev
    Wirtschaft
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    Die baltische Republik Estland prüft die Möglichkeit für den Bau eines eigenen Atomkraftwerks. Das Projekt soll unter anderem von der Europäischen Union mitfinanziert werden, verlautet aus unterrichteten Kreisen in der Hauptstadt Tallinn.

    Die Analyse wird den estnischen Fiskus Hunderttausende Euro kosten. Nach Angaben des Energiedepartements im estnischen Wirtschaftsministerium wird der estnische Schieferbergbau in seiner gegenwärtigen Form künftig aufhören zu existieren. Denn die EU setzt in ihrer Umweltpolitik auf eine Reduzierung der CO2-Emissionen zum Jahr 2050 auf null.

    Der Bau eines AKW wäre eine der alternativen Varianten der Stromerzeugung, die Estland helfen wird, die Klimaziele der EU zu erreichen.

    „Über die Finanzierung der Analyse dürfte Ende 2019 oder Anfang 2020 entschieden werden. Die ersten Resultate der Recherchen werden voraussichtlich Ende 2020 publik gemacht“, hieß es in Tallinn.

    Früheren Meldungen zufolge hatten das estnische Unternehmen Fermi Energia und der kanadische Konzern Moltex Energy, der Kernreaktoren neuer Generation entwickelt, im vergangenen März eine Absichtserklärung unterzeichnet. Demnach ist es nicht ausgeschlossen, dass Kanada Anfang der 2030er Jahre ein Atomkraftwerk in Estland bauen wird.

    Nach Ansicht von Alexej Belogorjew, Vizedirektor des Instituts für Energie und Finanzen Russlands, wird die Absicht Estlands, ein Atomkraftwerk zu bauen, die EU-Kommission kaum begeistern. Auch Estlands Nachbarländer dürften dagegen protestieren.

    am/

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    Tags:
    EU, Pläne, Atomkraftwerk, Estland