23:31 21 November 2019
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    Präsentation von Huawei-Smartphones mit 5G-Netzwerk in Berlin

    Huawei: 5G-Mobilfunknetze können zu unserem Hauptthema in Europa werden

    © REUTERS / Hannibal Hanschke
    Wirtschaft
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    Der chinesische Technologiekonzern Huawei legt laut seinem Vertreter bei den EU-Institutionen, Abraham Liu, viel Wert auf den Ausbau der 5G-Mobilfunknetze in Europa und sieht das Thema als einen bedeutungsvollen Geschäftsbereich in der EU.

    In einem Gespräch mit Sputnik sagte Liu auf die Frage, ob er erwarte, dass das mobile 5G-Internet zum wichtigsten Geschäftsbereich des Unternehmens in Europa werden könnte: „Ich denke schon“.

    „Ich glaube, 5G wird bestimmt die Zukunft der Informationsinfrastruktur sein. Das heißt, jegliche Informationen werden über 5G-Netze übertragen werden“. Gerade daher könnten die Vereinigten Staaten so „nervös werden“, betonte Liu: „Denn sie haben einige grundlegende Mängel, und wir haben sie bei diesem 5G-Wettrennen in eine schlechte Position gebracht“, fügte er hinzu.

    „USA können kurzfristig nicht aufholen“

    Die USA fühlten sich in diesem Rennen „zurückgelassen“, äußerte Liu. Zudem hätten US-Politiker eingesehen, dass ihr Land in diesem wichtigen Bereich kurzfristig nicht aufholen könne.

    Diese Situation hätten die Vereinigten Staaten „selbst geschaffen“: Es mangele in den USA an Frequenz: Die beste Frequenz für die 5G-Mobilfunknetze Sub-6GHz, sei dem Militär zur Verfügung gestellt und könne für die kommerziellen Nutzer nicht verfügbar sein.Darüber hinaus bestehe in den Vereinigten Staaten ein Mangel an 5G-Lieferanten, was das Land auch dazu veranlasse, mögliche Konkurrenten auf dem Markt zu bekämpfen, so der Huawei-Vertreter.

    Schlechtes Signal an andere Geschäftsläute

    Die USA haben Sicherheitsbedenken gegen Technik des Huawei-Konzerns. Aus Angst vor Spionage warnen die USA auch Deutschland und andere Länder davor, Telekomausrüstung von Huawei einzusetzen.

    Das Vorgehen der US-Regierung gegenüber Huawei sei unter anderem ein schlechtes Signal für alle Geschäftsleute, betonte Liu.

    „Eigentlich weiß ich nicht, wie Google denkt und wie andere US-amerikanische Unternehmensleiter denken. Denn an ihrer Stelle hätte ich mir Sorgen um das Signal gemacht, das das Verhalten der US-Regierung an die externen Geschäftspartner gesendet hat. Ich hätte darüber nachgedacht, was wäre, (…), wenn das auch jemand anderem passieren könnte. Denn die USA könnten einen ohne jeglichen Beweis einfach angreifen“, sagte er.

    „Wir bevorzugen ‚Ökosystem‘ von Google“

    Liu hob unter anderem das Bestreben des chinesischen Konzerns hervor, die Zusammenarbeit mit Google zu unterstützen:

    „Wir hatten zwar einen Plan zur Einführung unseres eigenen Betriebssystem gehabt, wir bevorzugen aber, mit Google zu arbeiten, das ‚Ökosystem‘ von Google als unser internationales Betriebssystem zu unterstützen“.

    Zudem versicherte er den Huawei-Kunden, dass die US-Einschränkungsmaßnahmen Betriebssystem und die Anwendungen von Google in den verkauften oder gelieferten Huawei-Geräten nicht betreffen würden. Huawei und Google hätten ein entsprechendes Abkommen geschlossen, betonte Liu.

    Die USA hatten Huawei und 70 Tochterunternehmen des Konzerns im Mai dieses Jahres in die schwarze Liste aufgenommen. Die Sanktionen verbieten den Zugang für den Produzenten zu US-Komponenten und -Technologien.

    „Einschusslöcher schon, aber wir fliegen immer noch“

    Dieser Sanktionsdruck von Seiten der USA habe das Personal des chinesischen Tech-Riesen, der seinen Mitarbeitern „hundertprozentig“ gehöre, nur dazu angeregt, besser und härter zu arbeiten, sagte Liu.

    Laut Liu konnte das Unternehmen „bewusster“ werden und die Notwendigkeit einsehen, „weniger abhängig von der US-Lieferkette“ zu sein.

    Der Huawei-Gründer, Ren Zhengfei, habe die Lage des chinesischen Technologieunternehmens mit einem „Flugzeug mit mehreren Einschusslöchern“ verglichen, so Liu weiter. „Wir sind mit der Beseitigung dieser Löcher beschäftigt, aber wir fliegen immer noch. (…) Tatsächlich wollten sie (die USA – Anm. d. Red. ) unseren Motor treffen – aber wir haben einen Ersatzmotor. Einschusslöcher, die beseitigt werden müssen, gibt es trotzdem“.

    Im Juli hatten China und die USA einen „Waffenstillstand“ im Handelskrieg vereinbart, wonach der Zugang vorübergehend wiederhergestellt wurde.

    Am 19. August verlängerten die USA die Exportlizenz für Huawei, die den Kauf von US-Waren zur Unterstützung der Netze und Erneuerung der Software ermöglicht, um weitere 90 Tage.

    asch/gs/sna

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    Tags:
    5G, Huawei, Huawei, EU, USA, China