23:42 20 November 2019
SNA Radio
    Bau in Berin am 20. August 2019

    Mehr als 150 Prozent in zehn Jahren: Deutschlands Immobilienpreise steigen dramatisch

    © AFP 2019 / TOBIAS SCHWARZ
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    7732
    Abonnieren

    Ein Zehnjahresvergleich der Immobilienpreise der 14 größten deutschen Städte zeigt dramatische Anstiege. In München und Berlin liegen die Kaufpreise jetzt rund 150 Prozent höher als 2009. Günstig kaufen kann man noch im Ruhrpott.

    Wer in einer deutschen Großstadt aktuell eine Immobilie erwerben will, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor zehn Jahren. Am deutlichsten sind die mittleren Quadratmeterpreise mit 153 Prozent in München gestiegen. Es folgt Berlin, wo mittlerweile 152 Prozent mehr verlangt werden als 2009. Das zeigt eine Analyse der Immobilienpreise von immowelt.de für die 14 größten deutschen Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern. Verglichen wurden die Angebotspreise im Median für Wohnungen und Häuser im ersten Halbjahr 2019 mit dem Vergleichszeitraum 2009.

    Ausschnitt der Ergebnistabellen zur Pressemitteilung von immowelt.de:

    Immobilienpreise in München explodieren

    In München sind die Preise für Wohneigentum innerhalb von zehn Jahren nicht nur am stärksten gestiegen, mit 7.500 Euro pro Quadratmeter ist die bayerische Landeshauptstadt mit Abstand die teuerste im Städtevergleich. Wohneigentum in München ist generell begehrt und neuer Wohnraum begrenzt. Neubauten und aufwendige Sanierungen treiben den Preis für Wohnungen und Häuser darüber hinaus weiter in die Höhe. München hat in dieser Hinsicht alle anderen Großstädte hierzulande weit abgehängt: 2009 waren Immobilien in der Isar-Metropole um 31 Prozent teurer als im ebenfalls hochpreisigen Frankfurt am Main, jetzt sind es bereits 71 Prozent. In der Finanzmetropole kostet der Quadratmeter im Median aktuell 4.380 Euro.

    Berlin mit rasantem Wachstum

    Im Vergleich dazu liegt Berlin aktuell mit einem Quadratmeterpreis von 4.030 Euro lediglich im Mittelfeld der betrachteten Städte. Allerdings zogen die Preise auch dort mit einem Zuwachs von 152 Prozent heftig an. Vor zehn Jahren war die Hauptstadt mit 1.600 Euro pro Quadratmeter noch eine eher günstige Metropole. Ein starkes Bevölkerungswachstum sowie viele sanierte und neu gebaute Objekte im Angebot sorgen in der Hauptstadt für rasant steigende Preise.

    Ruhrgebiet bleibt bezahlbar

    Günstiger zum Eigenheim gelangt man hingegen immer noch im Ruhrgebiet: In Dortmund stieg der Quadratmeterpreis seit 2009 moderat um 31 Prozent auf 1.800 Euro. In Essen verteuerten sich Immobilien gar nur um ein Viertel (26 Prozent) auf 1.820 Euro. Sowohl absolut als auch bei der Steigerung sind Dortmund und Essen die günstigsten Städte im Vergleich. Der Strukturwandel der einstigen Schwerindustrie-Standorte gepaart mit einer Stagnation der Bevölkerungszahlen bremsen den Preisanstieg – auch Neubauten und renovierte Objekte werden in Dortmund und Essen zu einem weit niedrigeren Niveau offeriert als in anderen deutschen Großstädten.   

    Die Steigerung der Kaufpreise übersteigt in allen untersuchten Städten die allgemeine Inflationsrate in Deutschland. Der Verbraucherpreisindex stieg zwischen 2009 und 2019 um 13,7 Prozent an. Immobilien verteuerten sich also im gleichen Zeitraum deutlich mehr als andere Waren und Dienstleistungen.

    Immowelt AG / as

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Preise, Analyse, Immobilien, Deutschland