20:03 18 September 2020
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    Seit 2015 unterstützt das deutsch-russische Projekt „Klimafreundliches Wirtschaften: Einführung von Besten Verfügbaren Techniken“ die Förderung effizienter und klimafreundlicher Technologien in Russland. Wie weit die Spezialisten nun sind, berichtet der Experte des Programms, Franz-Willi Iven, im Sputnik-Gespräch.

    Das deutsch-russische Projekt „Klimafreundliches Wirtschaften: Einführung von Besten Verfügbaren Techniken in Russland (BVT)“ hat zum Ziel, die russischen Partner beim Übergang zur Regulierung des industriellen Umweltschutzes zu unterstützen. Das bedeute, die bestverfügbaren Techniken in Russland mit einzuführen und darzustellen, was der Stand der Techniken in Europa sei und wie es möglich sei, diese auch in Russland einzuführen, um klimafreundliche Industrieprodukte herstellen zu können, sagte Franz-Willi Iven am Rande der wissenschaftlichen Konferenz, die zu diesem Thema in Moskau organisiert wurde, gegenüber Sputnik.

    „Wenn wir insbesondere das Thema Klimaschutz ansprechen, geht es nur in Gänze, wenn wir gemeinsam arbeiten, weil man Klimaschutz nicht in einem Land machen kann. Klimaschutz und CO2- Emissionen sind weltweit relevant. Es ist wichtig, dass man zusammenarbeitet und voneinander lernt. Natürlich hängen bestimmte Rahmenbedingungen davon ab, wie schnell man bestimmte Techniken realisieren kann. Wichtig ist erstens, dass man die Information und die Erfahrung austauscht. Und zweitens, dass man davon lernt, dann die Entwicklung fortführt, um die Industrie umstellen zu können. Das ist sicherlich auch Schwerpunkt jetzt in Deutschland, Technologien zu entwickeln, die möglichst CO2-frei sind“, unterstrich der Diplom-Ingenieur.

    Neben Hilfestellungen zur Verbesserung der normativen Rahmenbedingungen in Anlehnung an die Industrieemissionsrichtlinie sowie zur Ausbildung von Vertretern russischer Genehmigungsbehörden bieten die internationalen Experten der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Russland ansässigen Unternehmen konkrete Beratung zur Einführung von BVT an. Dabei konzentriert man sich auf drei Pilotbranchen - die Zementindustrie, die Petrochemie und den Bergbau.

    Zurzeit arbeitet das Projekt mit acht Unternehmen, darunter zwei aus der Zementindustrie. Im Jahr 2017 hat das russische Umweltministerium eine Anlage von HeidelbergCement RUS zum offiziellen Pilotprojekt für die erstmalige Einführung einer kontinuierlichen Emissionsüberwachung in Russland auserkoren. Da die kontinuierliche Emissionsüberwachung in Deutschland seit langem praktiziert wird, kann das Projekt einen wesentlichen Know-how Transfer zur Einführung dieses Instruments in Russland leisten.

    „Das Programm betrifft alle Industriebereiche, insbesondere die s.g. Kategorie Nummer1, die den größten Umweltimpact haben. Wichtig war es, verständlich zu erläutern, was der Stand der Technik in Europa und in Deutschland ist, und welche Möglichkeiten es gibt, das auch in Russland einzuführen. Das Wichtigste war es, dieses verständlich darzustellen, aber auch Wege aufzuzeigen, wie man dieses ökonomisch effizient (was nicht zu vergessen ist) Schritt für Schritt umzusetzen kann“, so Iven.

    Die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland seien in der letzten Zeit kompliziert, was aber den wissenschaftlichen Bereich nicht betreffe, sagte der Experte des Programms. Der Diplom-Ingenieur arbeitet seit zehn Jahren in mehreren Projekten und hat eigene Erfahrung in dieser Hinsicht gesammelt.

    „Ich fand dieses Projekt, insbesondere was die Kooperation  auf der menschlichen Seite betrifft, super. Wir haben nie Probleme gehabt, was ich in anderen Projekten durchaus schon mal erleben durfte. Das Thema Politik hat hier keine Rolle gespielt. Ich bin sicher, die Kontakte mit den Kollegen, die ich hier kennengelernt habe, auch weiterhin in der Zukunft zu haben, um dann weiter Informationsaustausch zu ermöglichen.“

    Die GIZ setzt das Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der Deutschen Klimatechnologie- Initiative und der Internationalen Klimaschutz-Initiative um. Hauptpartner in Russland ist das Ministerium für Natürliche Ressourcen und Umwelt der Russischen Föderation.

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    Tags:
    CO2-Emissionen, Klimaschutz, Deutschland, Russland