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22:34 16 Oktober 2019
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    Palladium (Archiv)

    Palladiumpreis steigt: Russland profitiert stark vom Dieselgate – Forbes

    © Sputnik / Pawel Lissizyn
    Wirtschaft
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    Der Preis für Palladium, das bei der Produktion von Hybrid-Elektrofahrzeugen verwendet wird, ist gestiegen, schreibt das US-Magazin „Forbes“. Für Russlands größtes Bergbauunternehmen Nornickel ist dies demnach eine gute Nachricht.

    In den letzten zwei Monaten wurde Palladium um 18 Prozent teurer, schreibt das Magazin am Mittwoch. Eine Unze dieses Metalls kostete Anfang August 1412 US-Dollar (1287 Euro). Der jüngste Preis ist 1667 US-Dollar (1519 Euro) je Unze. Vor drei Jahren war eine Unze Palladium noch für 711 Dollar (648 Euro) zu kaufen, was einen mehr als doppelten Preisanstieg bedeutet.

    Nornickel ist zwar vor allem als Weltmarktführer in der Nickelproduktion bekannt, ist außerdem laut Forbes der größte Palladium-Lieferant mit einem Anteil von 40 Prozent an der jährlichen weltweiten Produktion. Der zweigrößte Anbieter ist Südafrika.

    Dieselskandal trug zum Preisanstieg bei

    „Der rasche Nachfrageanstieg nach Palladium hat seine Wurzeln im Dieselgate“, so das Magazin.

    Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Fahrzeugen mit Dieselmotor sank der Umsatz dieser Autos. Es wurden dagegen mehr Benzin- sowie Hybrid-Elektrofahrzeuge verkauft. Für ihre Abgassysteme ist Palladium nötig, im Unterschied zu Dieselautos. Für diese wird Platin gebraucht.

    „Forbes“ bezeichnet Hybrid-Elektroautos als „jüngste Palladium-Vorantreiber“: In manchen Fällen wird bei ihrer Herstellung mehr Palladium verwendet, als bei den konventionellen Antrieben.

    Der Preisanstieg auf Palladium führte nach Angaben der britischen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ dazu, dass Diebe auf Abgaskatalysatoren von Hybrid-Elektroautos aus sind. Fast 2900 solche Katalysatoren wurden in den ersten sechs Monaten 2019 gestohlen, im Vergleich zu 1674 im ganzen Vorjahr, schreibt das Blatt am Mittwoch.

    Hoher Preis auf Palladium wird kaum lange anhalten

    „Forbes“ bezweifelt allerdings, dass der „Palladium-Boom“ lange dauern könnte. Bei der Auto-Produktion sind dieses Metall und Platin austauschbar. Der Kurs für Platin liegt am Freitag dem Portal boerse.de zufolge bei 801 Euro je Feinunze. Der wesentlich niedrigere Preis macht es laut „Forbes“ möglich, dass sich ein Wechsel zu Platin vollziehen werde.

    Abgasaffäre

    Die oft als Diesel- oder Abgasskandal sowie als Dieselgate bezeichnete Affäre um die millionenfache Manipulation von Abgaswerten im Volkswagen-Konzern war im September 2015 von US-Behörden aufgedeckt worden. Volkswagen gab auf Druck der dortigen Umweltbehörden zu, Dieselabgase durch eine Software manipuliert zu haben. Diese erkannte, ob sich ein Fahrzeug auf dem Prüfstand befand und hielt auch nur dann die Stickoxidwerte ein. Auf der Straße waren die Abgaswerte um ein Vielfaches höher.

    Betroffen sind Fahrzeuge mit einem Dieselmotor des Typs VW EA189, in den USA auch des Typs EA288. Weltweit sind dies elf Millionen Autos der Marken Volkswagen, Audi, Seat und Škoda.

    Die Wiedergutmachung kostete Volkswagen bislang 30 Milliarden Euro. Weltweit kam es zu Ermittlungen und Prozessen. In Deutschland wurde unter anderem der im Dieselskandal zurückgetretene Volkswagen-Chef Martin Winterkorn wegen schweren Betrugs und unlauteren Wettbewerbs angeklagt.

    mo/gs/rtr

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    Tags:
    Dieselskandal, Palladium, Russland