08:32 18 November 2019
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    Rettungskräfte nach Grubenunglück im Bergwerk „Sewernaja“, Republik Komi, der 26. Februar 2016

    Schwerstes Bergbauunglück in Russland seit Jahren: Ermittler nennen Gründe

    © Sputnik / Wladimir Jurlow
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    Russlands Ermittlungskomitee hat am Montag die Ursachen der Explosionen genannt, die sich 2016 in der Kohlegrube „Sewernaja“ bei der nordrussischen Stadt Workuta (Republik Komi) ereigneten und 36 Todesopfer forderten. Weitere 17 Menschen erlitten damals Verletzungen.

    Die Ermittlungen zum grausamen Zwischenfall wurden laut der Behördensprecherin Swetlana Petrenko abgeschlossen. Im Zusammenhang mit der Sache wurden 14 Menschen angeklagt. Unter ihnen sind Betriebsleiter der Firma „Workutaugol“, die die Grube besitzt, der Direktor des Bergwerks, der Hauptingenieur, der Chef der Grubenrettungsmannschaft und Beamte der russischen technischen Aufsichtsbehörde Rostechnadsor.

    Alle Angeklagten bis auf einen für die aerologische Sicherheit zuständigen Angestellten hätten sich für nicht schuldig bekannt.

    Ursachen der Tragödie

    Die Detonationen ereigneten sich laut der Sprecherin am 25. und 28. Februar 2016, weil die Führung des Bergwerks unter allen Umständen den Plan erfüllen wollte. Damit die Förderung so effektiv wie möglich verlief, wurde eine Reihe von Sicherheitssystemen abgeschaltet.

    Der Schacht wurde nicht gelüftet, weshalb sich eine riesige Methanwolke bildete. Ein durch einen Kurzschluss erzeugter Funke war genug, um die erste Explosion auszulösen. 30 Menschen kamen dabei ums Leben.

    Vorwürfe gegen Chef der Rettungsmannschaft

    Aus der Sicht des Ermittlungskomitees wusste der Chef der Rettungsgruppe über die Möglichkeit einer weiteren Detonation Bescheid und darüber, dass es gefährlich ist, sich in der Grube aufzuhalten. Trotzdem ließ er seine Unterstellten ins Bergwerk. Bei der zweiten Explosion starben sechs Rettungskräfte.

    Die aus 392 Bänden bestehende Sache wurde der Staatsanwaltschaft überreicht, die die Anklageschrift bestätigen soll. Daraufhin wird der Fall vor Gericht verhandelt.

    mo/ae/sna

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    Tags:
    Workuta, Bergbau, Russland