20:01 14 November 2019
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    Goldene Rubel-Münze

    Trotz Plagen und Ölpreistiefe – So schafft der Rubel das Comeback als „eine der stärksten Währungen“

    © Sputnik / Wladimir Atapkowitsch
    Wirtschaft
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    Laut dem Finanzexperten Dmitri Golubowski sichert die ultrakonservative Politik der russischen Finanzbehörden tatsächlich eine stärkere Position des Rubels auf der Finanzbühne. Zuvor hat der „Focus“ über eine Wende für die russische Währung, untypisch niedrige Schuldenquoten sowie den Abbau der Dollarreserven zugunsten von Gold und Euro berichtet.

    Was heißt ultrakonservativ? „Das Wesentliche daran ist es, dass die Finanzpolitik im Lande so gestaltet wird, als würde Öl nur 40 Dollar und nicht 60 Dollar pro Barrel kosten“, kommentiert Golubowski, ein Finanzanalytiker und Berater im internationalen Devisenhandel, gegenüber Sputnik. „All das Geld, das darüber hinausgeht, fließt in die Reserven. Es garantiert tatsächlich Rückzahlungen von Auslandsschulden.“ Die Politik sei also vor allem für internationale Anleger attraktiv.

    Der deutsche Finanzexperte Gerhard Scharinger hatte zuvor in einem „Focus“-Artikel darauf hingewiesen, dass es sich in Russland eine positive Haushaltslage entwickelt habe und politischen Nachrichten nur einen begrenzten Einfluss auf den Rubel hätten. Der Rubel habe sich im Laufe des Jahres sogar deutlich gegenüber dem Euro und dem US-Dollar festigen können und bleibe eine der stärksten Währungen unter den Schwellenländern im Jahr 2019, so Scharinger. Es wird weiter erwähnt, dass russische Staatsanleihen somit eine ungewöhnlich sichere Investition aus der Perspektive der internationalen Anleger bleiben würden und dass die Wetten auf einen Anstieg des Rubels im Mai 2019 im Blick auf die spekulativen Positionen bei der US-Aufsichtsbehörde CFTC ein Allzeithoch erreicht hätten. In den vergangenen Jahren wären es diplomatische Krisen und Ölpreisschocks gewesen, die den Rubel geplagt hätten.

    US- sowie EU-Sanktionen bis zum Ölschock führten im Jahr 2014 zu einer neuen Währungskrise in Russland, die in einer fast 50-prozentigen Abwertung des russischen Rubels resultierte. Der Wechselkurs hat sich seitdem jedoch etwas stabilisiert. Sollte die russische Währung weiter fallen, hänge diese schon weniger von dem Ölpreisen ab, behauptet der Sputnik-Gesprächspartner Golubowski.

    „Die Korrelation zwischen dem Wechselkurs des Rubels und den Ölpreisen ist mittlerweile fast am niedrigsten in der neuen Geschichte Russlands. Das Finanzministerium sowie die Zentralbank haben diesen Zusammenhang beinahe beseitigt.“

    Der Experte erklärt weiter, wie die Politik der beiden russischen Finanzinstitute funktioniert: „Wenn die Währungsposition der Zentralbank alle Auslandsschulden vollständig abdeckt, erfolgen ja keine Rückstandsfälle. Daher wird die Währung von keinen Währungsrisiken bedroht. Dies ist der Hauptgrund, warum die Kosten für die Ausfallversicherung stark gesunken sind und der sogenannte Credit Default Swap, also der Kreditausfalltausch, nun besser gehandelt wird. Das sichert die Stärke der Währung auf dem öffentlichen Schuldenmarkt.“

    Seit längerer Zeit verkauft die russische Zentralbank US-Staatsanleihen und kauft mit den „freigewordenen“ Dollars nun Gold - im Jahre 2018 etwa 274,3 Tonnen nach Einschätzung des World Gold Council. Mit mehreren Ländern werden Zahlungen in nationalen Währungen vereinbart. Ob Rubel dadurch stärker wird? „Die Lage des Rubels wird durch den Saldo der Reserven beeinflusst“, erklärt der Experte weiter. „In welcher Währung sie nominiert sind – in Euro oder Dollar – spielt keine besondere Rolle.“ Jedoch findet der Experte, dass der Verkauf der US-Staatsanleihen strategisch gesehen eine richtige Entscheidung sei. Der US-Dollar sei derzeit stark überschätzt. „Daher ist die Umrechnung von Reserven in Euro und Gold eine adäquate strategische Idee eben aus Sicherheitsgründen, falls unsere amerikanischen Freunde diese Reserven einfrieren.“ Im Allgemeinen findet der Experte die Politik der russischen Zentralbank im Blick auf einen möglichen Kalten Krieg „sehr angemessen“. Denn die Risiken seien wirklich reduziert worden.

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    Tags:
    Dollar, US-Staatsanleihen, Staatsanleihen, Gold, Goldreserven