01:21 22 November 2019
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    Wirtschafts-Kluft Ost-und Westdeutschland: 1,5-Millionen-Forschungspreis soll Klarheit bringen

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    Wirtschaft
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    Wieso gibt es sie noch immer? - Die Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland ist Thema von Ufuk Akcigit. Er fragt, ob Treuhand-Privatisierungen überhaupt dem richtigen „Typ" von Unternehmern anvertraut waren. Der hochdotierte Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis mit Forschungsaufenthalt in Halle geht 2019 an den Makroökonomen von der US-Uni Chicago.

    Von den Forschungsergebnissen von Ufuk Akcigit erhoffe man sich ein präziseres Verständnis der Ursachen für die unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungspfade im Westen und Osten Deutschlands, so Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in der Pressemitteilung zur Preisverleihung vom Dienstag.

    Der Wissenschaftler wird bei seinem Forschungsaufenthalt in Deutschland unter anderem einer besonderen Frage auf den Grund gehen, die auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung aktuell ist: Warum besteht zwischen Ost- und Westdeutschland weiterhin eine wirtschaftliche Kluft?

    „Das Preisgeld von 1,5 Millionen Euro ermöglicht es mir, die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle zu intensivieren. In drei gemeinsamen Projekten begeben wir uns auf die Suche nach den Ursachen für das unterschiedliche Produktivitätswachstum und die verschiedenen Lebensverhältnisse in Ost und West“, so Preisträger Ufuk Akcigit.

    Dazu wird er die Akten der Treuhandanstalt unter die Lupe nehmen und neue Datensätze zur Privatisierung in der ehemaligen DDR analysieren. Zudem stellt er die Frage, ob der Privatisierungsprozess in Ostdeutschland dem richtigen „Typ" von Unternehmern anvertraut wurde: Offensichtlich habe die Treuhand-Anstalt während der Wiedervereinigung in der ersten Hälfte der 90er Jahre einige interessante Mittelzuweisungen erhalten. Er wolle also hinterfragen, wie dieser Privatisierungsprozess stattfand? Wurden die Mittel den effektivsten und effizientesten Unternehmern zugewiesen? Oder hat es andere Überlegungen von den Verantwortlichen der Treuhand gegeben? Die Daten und Akten böten dazu eine großartige Gelegenheit, eine eingehende Analyse dieser Zeit durchzuführen. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle habe Zugang zu den Treuhand-Daten, den Akten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und anderen historischen Daten über Unternehmen und Einzelpersonen zum Zeitpunkt der Vereinigung, deren Studium die langfristigen Folgen dieses massiven Privatisierungsprozesses zu verstehen helfen würden. Das würde auch helfen, eine auf fundierten wissenschaftlichen Analysen basierende, also datengesteuerte Politikgestaltung in Zukunft zu befördern.

    Ufuk Akcigit ist Professor of Economics an der Universität Chicago und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der modernen Wachstumstheorie. In seiner bisherigen Forschung gelang es ihm etwa, starke Zusammenhänge zwischen Innovation und langfristigem Wirtschaftswachstum in den USA, zwischen Innovation und sozialer Mobilität oder auch zwischen Innovation und Glück nachzuweisen

    Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestiftete und von der Max-Planck-Gesellschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung in Berlin verliehene Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis ist mit 1,5 Millionen Euro sowie einem persönlichen Preisgeld in Höhe von 80.000 Euro dotiert und zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen im deutschen Wissenschaftsbetrieb. Er wird jedes Jahr – seit 2018 - an eine Forscherpersönlichkeit aus dem Ausland verliehen, die damit für eine bestimmte Zeit in Deutschland arbeitet.

    Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und Hans-Christian Pape, Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, überreichen die Auszeichnungen am 5. November im Rahmen der Wissenschaftswoche „Berlin Science Week“

     

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    Alexander von Humboldt-Stiftung, Ufuk Akcigit, Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis, Max-Planck-Gesellschaft, Forschung, Wissenschaftler, Max-Planck-Institut, Wirtschaft, Ostdeutschland