05:54 18 November 2019
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    10.000-Euro-Schein statt Negativzinsen? Ökonomen fordern größere bare Anlagemöglichkeit

    CC BY-SA 2.0 / Gunnar Wrobel / Money
    Wirtschaft
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    Vor kurzem wurde die Ausgabe neuer 500-Euro-Scheine in Deutschland und Österreich beendet. Zwei Ökonomen schlagen paradoxerweise gerade jetzt die Einführung eines 10.000-Euro-Scheins vor. Der entscheidende Punkt: Man kann damit nicht bezahlen.

    Deutschland gilt im internationalen Rahmen als Hochburg des Bargeldes. Und das obwohl dessen Rückzug auch in Deutschland immer präsenter wird. Dank neuer Technologien wird es nun immer bequemer, bargeldlos zu bezahlen – ob mit dem Handy oder kontaktlos mit Karte. Im Jahr 2018 zahlten Deutsche erstmals weniger als die Hälfte ihrer Einkäufe mit Barem – nur 48,3 Prozent aller Zahlungen wurden mit Münzen und Scheinen getätigt, so die Zeitung „Welt“.

    Seit dem 26. April 2019 ist der 500-Euro-Schein nicht mehr bei der Bundesbank oder der Österreichischen Nationalbank erhältlich. Zwar gilt er als Zahlungsmittel, doch wird er weder gedruckt noch anderweitig in den Umlauf gebracht. Grund dafür sei laut dem Nachrichtenmagazin „Focus“ der Versuch, organisierter Kriminalität entgegenzuwirken. Denn Bargeld ist unkontrollierbar, anders als Banküberweisungen. Außerdem sehen Politik und Zentralbanken einen Nachteil von großen Geldscheinen: Anstatt die Bürger durch Negativzinsen zu motivieren, ihr Geld auszugeben, können sie es einfach abheben und bei sich in barer Form aufbewahren.

    Größere Scheine – aber keine Transaktion

    Vor diesem Hintergrund scheint es eher merkwürdig, dass sich zwei Ökonomen dafür einsetzten, dass 1000-, 5000- und sogar 10.000-Euro-Scheine gedruckt werden sollten. Die Professoren Aloys Prinz (Münster) und Hanno Beck (Pforzheim) wollen der EZB nämlich genau dies vorschlagen, schreibt das „Handelsblatt“. Das Besondere an diesen Scheinen sei, dass sie nicht direkt als Zahlungsmittel benutzt werden sollten, sondern lediglich als „Wertaufbewahrungsscheine“. Bevor man damit etwas kaufe, müsse man sie vorher bei Geschäftsbanken in kleinere Noten umtauschen.

    Durch diese Methode soll laut Prinz und Beck nicht nur der Sparer profitieren, der keinen Minuszinsen mehr ausgesetzt ist. „Diese Maßnahme dürfte für größeres Vertrauen in die Zentralbanken und das Finanzsystem sorgen und gleichzeitig die Sicherheitsbedürfnisse des Publikums befriedigen“, so die Professoren.

    Der unbeliebte Teil ihres Vorschlags: Die Durchsetzung von Negativzinsen werde dadurch erschwert. Denn laut dem „Business Insider“ dürfte die EZB somit kein Interesse daran haben, diese zu umgehen. Schließlich würden Negativzinsen aus Sicht der EZB den Weg zum Kredit erleichtern und die Wirtschaft ankurbeln.

    lm

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    Tags:
    Wertpapiere, Geldscheine, sparen, Zinsen, Bargeldlosigkeit, Bargeld, Euro, Deutschland, Europäische Zentralbank (EZB)