04:45 18 November 2019
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    ein Teil der Gaspipeline Nord Stream 2 auf einer Fabrik im Gebiet Tschelybinskaya (Archivbild)

    US-Torpedierung von Nord Stream 2 könnte die Treibstoffversorgung in Deutschland gefährden – Bericht

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    Nachdem Dänemark die letzte notwendige Genehmigung dem Projekt Nord Stream 2 gewährt hat, steht seiner Vollendung fast nichts mehr im Wege. Einzig die USA könnten mit ihren Sanktionen die Ostseepipeline vor ernste Schwierigkeiten stellen. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals „SPIEGEL“ könnte dies gravierende Auswirkungen auf Deutschland haben.

    Wie das Portal berichtet, könnten der Konflikt rund um Nord Stream 2 und vor allem mögliche US-Sanktionen gegen die daran beteiligten Firmen die Treibstoffversorgung in Deutschland gefährden.

    Demnach könnten die angedrohten Sanktionen in Deutschland Engpässe in der Versorgung mit Autobenzin und Flugzeugtreibstoff verursachen.

    So habe eine der größten Erdölraffinerien Deutschlands, die in Schwedt gelegenen PCK, gewarnt, dass sie in dem Fall von US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 womöglich gezwungen sein würde, den Betrieb zu drosseln oder sogar ganz einzustellen.

    Diese gehöre nämlich mehrheitlich dem russischen Energiemulti Rosneft, der von möglichen Sanktionen betroffen wäre.

    In diesem Fall wären besonders Ostdeutschland und die Bundeshauptstadt Berlin mit ihren Flughäfen betroffen und müssten mit Lieferengpässen rechnen.

    „Ein namhaftes US-Unternehmen, das die Leitzentrale des Werks mitgeplant und gebaut hat und die Anlagen wartet, hat Rosneft mitgeteilt, es werde die Leistungen einstellen, sollten die US-Sanktionen in den kommenden Wochen tatsächlich in Kraft treten“, berichtet das Portal weiter.

    In diesem Fall wäre die Raffinerie, die jeden Tag genügend Treibstoff herstellt, um 250.000 Autos, 60.000 Laster oder 50 Flugzeuge zu betanken, „nicht mehr zu steuern.“

    „Eine sichere Versorgung des Umlandes samt der Flughäfen in Berlin wäre unmöglich“, wird ein Rosneft-Sprecher zitiert.

    Nord Stream 2 als Zankapfel des Westens

    Das Projekt Nord Stream 2, das zur Hälfte vom russischen Konzern Gazprom und zur anderen Hälfte von fünf europäischen Energieunternehmen finanziert wird, sollte eigentlich bis Ende des Jahres fertiggestellt werden.

    Auf der europäischen Seite beteiligen sich am Projekt die BASF-Tochter Wintershall, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und die französische Engie.

    Zugleich wird die Pipeline scharf von Washington sowie von Polen, der Ukraine und den baltischen Staaten kritisiert.

    Diese befürchten zum einen den Wegfall der umfangreichen Transitgebühren für den Transport des russischen Gases über ihr Territorium, zum anderen behaupten sie, dass Russland die Pipeline als ein politisches Druckmittel einsetzen könnte.

    Die USA ihrerseits wollen auf den europäischen Gasmarkt drängen und ihn mit ihrem LNG-Flüssiggas füllen, das allerdings unter normalen Bedingungen deutlich teurer als das russische Gas ist und damit gegen Gazprom nur schwer konkurrieren kann.

    Sowohl Russland als auch Deutschland hatten in diesem Zusammenhang jedoch wiederholt betont, dass Nord Stream 2 ein reines kommerzielles Projekt sei, das sich gegen keine Drittstaaten richte und die Energiesicherheit Deutschlands und der EU nur erhöhen werde.

    ng/mg

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    Zulieferer, Versorgungskrise, Deutschland, USA, Sanktionsdruck, US-Sanktionen, Sanktionen, Baltikum-Länder, Baltikum, Polen, Ukraine, Dänemark, Nord Stream, Nord Stream-2, Nord Stream 2, Nord Stream AG, Nord Stream 2 AG, Pipeline-Projekt Nord Stream 2