09:51 10 Dezember 2019
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    Glühbirnen aus Osram-Produktion (Archiv)

    IG Metall: Osram will in Deutschland jede siebte Stelle streichen

    © REUTERS / Andreas Gebert
    Wirtschaft
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    Osram plant nach Angaben der IG Metall einen massiven Stellenabbau in Deutschland: Jeder siebte Arbeitsplatz soll wegfallen. Außerdem sollen Investitionen gestrichen werden. Damit reagiert der Münchner Lichttechnik-Konzern offenbar auf die sinkende Nachfrage. Die Gewerkschaft plant Kundgebungen.

    Osram wolle 800 von 5600 Stellen abbauen, teilte die IG Metall am Dienstag mit. 

    Außerdem sollen wichtige Zukunftsinvestitionen wegfallen, der Bereich Innovation soll drastisch verkleinert werden.“

    Vorstandschef Olaf Berlien wollte sich zu der Zahl nicht äußern. Er verwies aber darauf, dass der Konzern auf die geringere Nachfrage nach Halogen-Licht reagieren müsse.

    Gewerkschaft warnt vor „Kaputtsparen“

    Der Stellenabbau soll im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende September) weitergehen. Klaus Abel, der für die Gewerkschaft im Aufsichtsrat von Osram sitzt, warnte vor einem „Kaputtsparen“ des Unternehmens:

    „Mit dem sogenannten ‚Effizienzprogramm‘ gefährdet der Vorstand die Zukunft von Osram. Die Beschäftigten werden hierdurch neben dem Geschacher am Kapitalmarkt durch den zweiten Übernahmeversuch von AMS zusätzlich verunsichert.“

    Die IG Metall kündigte für den 18. November einen bundesweiten Aktionstag an. In München und Berlin seien Kundgebungen unter dem Motto „Licht an, statt aus“ geplant.

    Stellenabbau bei Bosch

    Im Oktober hatte der Automobilzulieferer Bosch angekündigt, angesichts der sinkenden Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos in den kommenden zwei Jahren gut 1600 Arbeitsplätze in Baden-Württemberg abzubauen. Betroffen sind Jobs in der Antriebssparte an den Bosch-Standorten in Feuerbach und Schwieberdingen.

    Im Juni hatten Zehntausende Menschen am Samstag in Berlin an einer Kundgebung der IG Metall vor dem Brandenburger Tor teilgenommen. Die Gewerkschaft fordert von der Politik, dass die bevorstehenden Umstrukturierungsprozesse in der deutschen Industrie und Wirtschaft, wie die Einstellung des Kohlebergbaus und der Kohleverstromung oder die Digitalisierung der Produktion, nicht auf dem Rücken der Beschäftigten durchgesetzt würden.

    leo/ae/rtr

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    Tags:
    Kundgebung, IG Metall, Deutschland, Stellenabbau