08:44 10 Dezember 2019
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    Chinas Seidenstraße erreicht Rügen: „Link in der Völkerverständigung“ –Verkehrsminister

    Chinas Seidenstraße erreicht Rügen: „Link in der Völkerverständigung“ –Verkehrsminister

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    Von der neuen Seidenstraße werden alle Akteure profitieren und die Route über Rügen kann einen Aufwind für den Hafen Sassnitz-Mukran bewirken. Das findet der Verkehrsminister Mecklenburg-Vorpommerns Christian Pegel, der die Verbindung auch als „einen Link in der Völkerverständigung“ bezeichnet, im Sputnik-Interview.

    Der erste Zug über die neue Seidenstraße ist am Dienstag auf der Insel Rügen im Hafen Sassnitz-Mukran angekommen. Losgefahren war der Zug bereits am 01. November in der chinesischen Stadt Xi‘an. Auf seiner Reise hat er Kasachstan, Russland, Weißrussland und Litauen passiert. Im Hafen von Baltijsk wurden die Container auf eine Fähre verladen und reisten weiter zu dem Hafen auf Rügen, wo sie wieder auf Waggons verladen wurden – und von wo es weiter nach Hamburg ging. Parallel dazu schickte Deutschland einen anderen Zug Richtung China los. Hier wird eine Strecke für den Warenaustausch erprobt, von der auch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern profitieren möchte.

    „Die neue Seidenstraße ist sowohl für die deutsche Wirtschaft als auch für die russische und chinesische wichtig, um einen kleinen Teil der bisher mit Containerschiffen transportierten Waren schneller auf der langen Route nach West- und Mitteleuropa zu bringen“, äußert der Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Christian Pegel (SPD), gegenüber Sputnik. „Für Mecklenburg-Vorpommern ist es seit längerem ein Wunsch, dass ein Teil der Korridore, die existieren, auch über die Ostsee, über die russisch-mecklenburg-vorpommernschen Traditionswege verlaufen und das sind die ersten beiden Züge, die das ausprobieren, die testen, ob diese Route funktioniert.“

    In der nun laufenden Phase der Testfahrten soll geklärt werden, ob die Route in Sachen Warensicherheit und Transportkapazitäten das erfüllt, was sie verspricht. „Wenn das gelingt, haben wir eine gute Chance, dass es etwas sehr Langfristiges wird“, so Pegel. „Das wird dann natürlich ein guter zusätzlicher Schwerpunkt für den Hafen in Sassnitz-Mukran, aber auch für die tradierten Handelsbeziehungen.“ Bei regelmäßigem Verkehr würden mit der Zeit auch andere Waren ihren Weg auf diese Route finden.

    Bislang handle es sich bei den Waren um „werthaltige“ Dinge, die schnell nach Europa befördert werden sollen. „Wenn ich vier, sechs oder acht Wochen teure Elektronik auf die Weltmeere schicke, muss ich länger zwischenfinanzieren, als wenn ich zwei Wochen auf der Eisenbahn unterwegs bin“, erklärt Pegel. Nach Europa kommen also vor allem Hightech-Produkte. In die andere Richtung sollen Maschinenbauteile und Fahrzeugteile transportiert werden.

    Intervierpartner Christian Pegel (links)
    © Sputnik / Valentin Raskatov
    Intervierpartner Christian Pegel (links)

    Neben dem Entwicklungspotential für die Region und den wirtschaftlichen Vorteilen für die teilnehmenden Länder ist Pegel sich auch sicher, dass diese Entwicklung auch den kulturellen Austausch befördern kann: „Ich bin überzeugt, dass damit auch kulturelle Räume zusammenwachsen. Wenn ich eine Eisenbahnverbindung habe, wenn zwischen Baltijsk und Sassnitz-Mukran regelmäßig Schiffe fahren, die diese Container bringen, dann werden sie auch andere Dinge transportieren. Sie werden insgesamt die Häfen wieder näherführen und dann ist das auch ein Link in der Völkerverständigung“, so der Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern.

    Das Interview mit Christian Pegel zum Nachhören:

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    Eisenbahn, Eurasien, Kasachstan, Litauen, Weißrussland, Russland, Deutschland, China, Neue Seidenstraße, Mecklenburg-Vorpommern