09:33 07 Juli 2020
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    Die US-Sanktionen setzen der iranischen Wirtschaft zu: Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise, die insbesondere den Ölexport als Haupteinnahmequelle trifft, hat der Iran das Benzin rationiert und zugleich die Preise für Kraftstoff erhöht. Das gab das Ölministerium in der Nacht zum Freitag bekannt.

    Demnächst können die Iraner mit einer staatlichen Benzinkarte nur noch bis zu 60 Liter Benzin im Monat und zu einem Preis von umgerechnet 12 Cent tanken. Alles darüber würde dann 24 Cent kosten, wie das Ministerium laut der Nachrichtenagentur Irna bekanntgab. Bis jetzt betrug der Benzinpreis umgerechnet zehn Cent. 

    „Mutter aller Inflationen“

    Schon seit längerer Zeit wollte die Regierung von Präsident Hassan Rohani die Benzinpreise erhöhen, hat es aber aus Angst vor einer Verschärfung der Inflation – und landesweiter Proteste – immer wieder verschoben. Der Benzinpreis gilt im Iran als die „Mutter aller Inflationen“, weil danach alles im Land teurer wurde.

    Wegen der erneuten US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomstreit steckt das Land bereits seit Monaten in einer akuten Wirtschaftskrise. Besonders betroffen ist der Ölexport als Haupteinnahmequelle des Landes. Der Export des viertgrößten Ölproduzenten der Welt ist von 2,8 Millionen Barrel am Tag auf weniger als eine Million gesunken. Dementsprechend ist auch die nationale Währung Rial nur noch die Hälfte wert.

    USA verstärken Druck

    Nach ihrem Ausstieg aus dem international ausgehandelten Atomabkommen im Mai 2018 erhöhen die USA den Druck, um den Iran zu Zugeständnissen bei seinem Atomprogramm zu zwingen. Der Atomdeal, auf den sich die UN-Vetomächte, Deutschland und der Iran im Juli 2015 geeinigt hatten, sah vor, dass der Iran seine Atomaktivitäten zurückfährt sowie internationale Sanktionen im Gegenzug gelockert und aufgehoben werden.

    Präsident Rohani bezeichnet die US-Sanktionen als „wirtschaftlichen Terrorismus“, den das Land jedoch trotz der akuten Krise mit „Stolz und Widerstand“ bewältigen werde. Die Benzinrationierung und Preiserhöhung zeigten jedoch, dass auch er die Wirtschaftskrise nicht schönreden könne.

    leo/ae/dpa

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    Tags:
    Atomprogramm, US-Sanktionen, Benzin, Wirtschaftskrise, Iran