21:38 15 Dezember 2019
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    Gebäude des Stada-Konzerns in Bad Vilbel (Archivbild)

    Pharmakonzern Stada übernimmt russische Marktanteile: Deutsche wollen „Top-Player“ werden

    © Foto : Karsten11 / Wikimedia Commons / Gemeinfrei
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    Der deutsche Arzneimittelkonzern Stada investiert 660 Millionen US-Dollar in die Übernahme eines Medikamenten-Portfolios des japanischen Pharmakonzerns Takeda in Russland und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

    Übernommen werden 20 rezeptfreie  - sogenannte OTC - Produkte und verschreibungspflichtige Arzneimittel, die bisher unter anderem in Russland, Georgien, Aserbaidschan, Weißrussland, Kasachstan und Usbekistan verkauft wurden, heißt es von Unternehmensseite.

    „Dies ist die bisher größte Akquisition von STADA und wird uns als Top-Player in einem großen und strukturell wachsenden Markt positionieren. Für STADA ist diese Akquisition ein weiterer wichtiger Schritt zur Internationalisierung des Geschäfts – sowohl organisch als auch durch Akquisitionen. In Russland/CIS (Anm. d Red.: GUS) sind wir mit unseren bekannten Markenprodukten in den Apotheken bereits gut vertreten“, so der Geschäftsführer Peter Goldschmidt.

    Es würde weiter „mit Hochdruck“ daran gearbeitet, den Bereich der als Eigenmarke vertriebenen Generika, also wirkstoffgleicher Arzneimittel zum ehemals patentgeschützten Präparat eines Erstanbieters (sogenanntes Branded-Generics-Segement), auszubauen. Zudem wolle das Unternehmen aus Bad Vilbel seine Position in strategisch sinnvollen Nischen stärken und neue Marktsegmente erschließen.

    Zu dem von Takeda übernommenen Portfolio gehören OTC-Vitaminprodukte und Nahrungsergänzungsmittel sowie ausgewählte Präparate aus den Bereichen Herz-Kreislauf, Diabetes, Allgemeinmedizin und Atemwegserkrankungen. Die Transaktion beinhalte laut Stada eines der meistverkauften Produkte seiner Kategorie in Russland - Cardiomagnyl. Dieses wird zur Vorbeugung von Blutgerinnseln eingesetzt. Auch das patentgeschützte Präparat Nesina zur Behandlung von Typ-II-Diabetes sowie Edarbi zur Anwendung bei Bluthochdruck seien dabei.

    Die erworbenen Produkte würden das bereits bestehende Portfolio von Stada in Russland ergänzen. Insgesamt gibt es dort 20 therapeutische Gruppen von Arzneimitteln, 16 der meistverkauften Produkte in Apotheken gehörten zu Stada, so die Firma. Mit der Transaktion würde der weitere Ausbau des Consumer-Health-Geschäfts des Konzerns in Russland/GUS vorangebracht werden. Nach Abschluss der Transaktion, die für das 1. Quartal 2020 erwartet wird, sollen rund 500 Vertriebs- und Marketingmitarbeiter von Takeda zur Stada wechseln.

    Weltweit vertreibt das Unternehmen seine Produkte in rund 120 Ländern. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte Stada einen bereinigten Konzernumsatz von mehr als 2 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigt 10.400 Mitarbeiter.

     

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    Wirtschaft, Pharma-Konzern